Die ZSC Lions haben aus den Fehlern vom Freitagabend gelernt und sich anders präsentiert gegen Polens GKS Tychy. Klar ist Bremerhaven vielleicht die bessere Mannschaft, aber die Pflicht musst du dennoch erstmal erfüllen. Was heute stimmt, ist die Anzeigetafel. Sie passt bestens zu jeglichen Statistiken die das Gamecenter der CHL hergibt. Die Statistiker zählen vier hochkarätige Chancen - die Lions verwandeln diese auch. Und so entwickelt sich das zweite Regular Season Champions Hockey League-Spiel und gleichzeitiger Season Opener 2025/26 zu einem Volksfest im und ausserhalb des Löwenkäfigs.
Gradlinig und effektiv
Fünf Minuten dauert es, bis Sven Andrighetto im Topscorer-Shirt seinem Namen alle Ehre macht. In der ersten richtigen Druckphase des Zett bringt er ein wenig glücklich aber doch clever seine Farbe in Führung. Ein angedachter Querpass auf Malgin landet via Innenpfosten im Tor, so das sein Sturmkollege nur zu sehen muss, wie die Scheibe hinter die Linie flutscht. Und dann, 40 Sekunden vor der ersten Pause, erhöht Rudolfs Balcers gar auf 2:0. Es ist ein Drittel das Lust auf mehr macht und zeigt, dass die Zürcher wohl eine Klasse besser sind.
Fabelhafte Stimmung
Die über 7800 Zuschauerinnen und Zuschauer haben mächtig Spass an der CHL-Partie. Die Zürcher geben den Ton an und lassen kaum etwas anbrennen. Es verwundert wenig, dass Simon Hrubec nach der Schlusssirene einen sauberen Kasten verlassen wird. Apropos Hrubec: noch im ersten Abschnitt hext er das Publikum von den Sitzen. Beim Konter von GKS bleibt er unbeirrt stehen und fischt den wuchtigen Schuss des Gegners gerade noch auf der Linie weg und vollendet die Tat in einem halben Spagat. Haltungsnote 10! Doch weiter mit dem Toreschiessen auf Seiten ZSC Lions. Dort lässt sich in der 26. Minute Mikko Lehtonen feiern. Ein Treffer, der ihm wohl besonders in Erinnerung bleiben wird. Denn auf der anderen Seite steht Matias Lehtonen, sein Bruder, im Dienst von GKS Tychy auf dem Feld. Nach dem Spiel betont Mikko, dass der Treffer gegen seinen Bruder natürlich besonders erfreulich ist. Der Mittelabschnitt ist übrigens auch die beste Eigenwerbung für den Gast. Sie stehen in diesen 20 Minuten solid in der Defensive und prüfen einige Male Simon Hrubec. Doch kaum geht es im letzten Abschnitt wieder los, klingelt es im Kasten von GKS-Keeper Tomáš Fučík. Justin Sigrist eilt allen «Polen» davon und bleibt eiskalt beim Abschluss. Die ZSC Lions gewinnen die Partie schliesslich hochverdient mit 4:0 und lancieren damit die Afterparty des Season Opener 2025/26 auf bestmögliche Art und Weise.
(Marko Filipovic)