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Wie gewonnen, so zerronnen

Wie gewonnen, so zerronnen

Die Zürcher müssen lange einem Rückstand nachrennen und schaffen es doch, im letzten Abschnitt die Partie zu drehen. Doch aufsässige und vor allem effiziente Berner ziehen den Kopf aus der Schlinge und bodigen den ZSC in der Verlängerung.

120. Heimspiel seit Eröffnung der Swiss Life Arena. Die Partie gegen den SC Bern verkommt somit ein wenig zu einem hübschen Jubiläum. Doch Feierlichkeiten stehen heute eigentlich nicht auf dem Programm, vor allem nicht, weil der SCB gut aufgelegt ist. Die Hauptstädter und ihr neuer Stürmer Mike Sgarbossa sind nämlich nicht nach Zürich gekommen, um dem Zürcher Anhang gute Stimmung zu bescheren. Im Gegenteil, sie wollen den Partycrasher machen. Und das gelingt ihnen, zur Spielmitte, sehr gut – mit einer eindrücklichen Effizienz.

Dem Rückstand hinterher

Die ZSC Lions müssen sich gegen die Mutzen mehr mit Reagieren als Agieren beschäftigen. Der mögliche sechste Sieg in Serie gerät bereits in der achten Minute in Gefahr zu sein. Eher gegen den Spielverlauf gelingt SCB-Verteidiger Häman Aktell der Führungstreffer für die Hauptstädter. Danach versuchen sich Frödén und Sundström mit den beiden besten ZSC-Chancen ins Torschützenbüchlein zu schreiben – leider ohne Erfolg. Doch kurz vor der ersten Pause kommt Hoffnung auf bei den Zürcher Fans. Sgarbossa mutiert nämlich zum Buh-Mann der Mutzen und muss auf die Strafbank. Der Ausgleich möchte in den verbleibenden 44 Sekunden des ersten Abschnittes nicht gelingen, dafür aber im Mitteldrittel. Die erste Powerplay-Unit ist dabei am Werk, als Jesper Frödén für den ZSC in der 21. Minute ausgleicht. Ghetto bedient im Slot Derek Grant, dieser spielt einen No-Look-Pass mit einer Berührung auf den freistehenden Frödén und schon zappelt das Ding im Netz. Ein herrlicher Spielzug! Knapp sieben Minuten später kippt der Stimmungsbarometer in der Swiss Life bereits wieder. Mike Sgarbossa erzielt sein erstes Tor für den SCB in der 28. Spielminute. From Zero, to Hero und das notabene mit dem erst zehnten Torschuss für den SC Bern.

Gegenwehr?

Ein sogenanntes Momentum wollen die Zürcher in Persona Justin Sigrist mit der zweiten Pausensirene erzwingen. Im Clinch mit Joel Vermin braust er sich, Teamkollegen und Publikum nochmals auf. Den Kampf entscheidet er für sich und sorgt mit anschliessendem Staredown für tosenden Beifall. Doch lässt sich der SCB von dieser Rangelei erschüttern und wird er während der Pause dran grübeln?  Anscheinend schon! In knapp zweieinhalb Minuten drehen die Limmatstädter die Partie zu ihren Gunsten. Zuerst trifft Willy Riedi herrlich via rechten Innenpfosten in Überzahl zum 2:2! Dann trifft im absoluten Gewühl und halbliegend Vinzenz Rohrer zum 3:2 in der 47. Minute. Der Löwenkäfig bebt! Aber der SCB lässt den Kopf nicht hängen und bestraft die Zürcher, für ihre Ineffizienz im Schlussdrittel. Während Reideborn auf der Bank steht, sieht er seine Sechs-Mann-Truppe auf dem Eis den Ausgleich erzielen. Währe zwei Sekunden vor Schluss nicht noch Zumbühl zur Stelle gewesen, hätten die Gäste mit dem allerletzten Konter gar noch den Siegtreffer erzielt. Am Ende des Tages bleiben hängende Köpfe und schlechte Mienen bei den Zürchern. Denn Miro Aalton beschert seinem Klub den Extrapunkt und schickt den ZSC mit einer 3:4-Niederlage nach Verlängerung zurück in die Zürcher Katakomben.

(Marko Filipovic)

Fotos: Media Team ZSC Lions, Melanie Duchene

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