Die ZSC Lions verlieren Spiel 4 der Halbfinalserie zu Hause mit 2:5 und stehen damit in der Serie mit dem Rücken zur Wand. Dabei beginnt der Abend in der Swiss Life Arena genau so, wie man ihn sich in Zürich erhofft hatte. Der Zett ist wach, energisch, gewinnt Zweikämpfe und setzt Davos früh unter Druck. Rohrer trifft den Pfosten, Weber taucht allein vor Aeschlimann auf und kurz darauf belohnt sich das Heimteam durch Kukan mit der verdienten Führung. Die Halle bebt, die Lions wirken bereit. Doch was nach einem starken Heimauftritt aussieht, kippt mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Davos bleibt dran, der ZSC verliert im Spiel mit Scheibe an Klarheit und lädt den Gegner mit Fehlern zu viel zu einfach ein. Am Ende ist es eine Niederlage, die weh tut, weil der Start eigentlich alles offenlegte, was an diesem Abend möglich gewesen wäre.
Zu viele Fehler, zu wenig Ertrag
Das Spiel endet schliesslich mit 2:5 aus Sicht der ZSC Lions. Nach dem 1:0 durch Kukan im ersten Drittel bringt man sich im Mitteldrittel gleich mehrfach selbst in Schwierigkeiten. Der Ausgleich durch Kessler fällt nach einem Fehler im Aufbau, auch dem 1:2 durch Lemieux geht eine Szene voraus, in der die Lions die Situation nicht sauber bereinigen können. Besonders bitter ist, dass der Zett in dieser Phase trotz eigenen Möglichkeiten zu wenig daraus macht. Immer wieder sucht das Heimteam den Abschluss, doch im letzten Moment fehlt entweder die Präzision oder die Konsequenz. Noch schwerer wiegt, dass zwei Powerplays ungenutzt verstreichen. Gerade in einer so engen Partie wären genau dort Antworten gefragt gewesen. Statt den Druck zu erhöhen, finden die Lions in Überzahl kaum Rhythmus und lassen Davos im Spiel.
Kurze Hoffnung, harte Realität
Im Schlussdrittel bäumt sich der ZSC nochmals auf, ohne zunächst wirklich zwingend zu werden. Als Andersson dann auf 1:3 stellt, scheint der Weg noch länger zu werden. Doch gut fünf Minuten vor Schluss explodiert die Swiss Life Arena doch noch einmal. Lammikko bringt die Scheibe nach einem Bully irgendwie aufs Tor und unter Aeschlimann durch ins Tor. Der Anschlusstreffer zum 2:3 lässt die Hoffnung nochmals aufleben, die Halle bebt und plötzlich scheint wieder alles möglich. Doch genau in diesem Moment schlägt Davos eiskalt zurück. Asplund nutzt den nächsten Umschaltmoment zum 2:4 und erstickt das Zürcher Comeback noch vor seiner Entfaltung. Später sorgt Kessler mit dem Treffer ins leere Tor für die endgültige Entscheidung. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich die Lions an diesem Abend zu oft selbst geschlagen haben. Wollen sie die Serie nochmals drehen, braucht es in Davos nun ein löwenstarke und abgeklärte Leistung über 60 Minuten.
(János Bucher)






















