Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Die ZSC Lions müssen leiden in Rapperswil. Was zu Beginn nach einer vermeintlich leichten Beute wirkt, entpuppt sich als Hitchcock-Partie die spannend bleibt bis zum Schluss. Neben all den schönen Statistiken, die solch ein Spiel bietet, fällt eine besonders auf: 25 geblockte Schüsse. Die kommen nicht von ungefähr, sondern sind den aktiven und aufsässigen Lakers zu verdanken. Die Zürcher müssen lange Zeit, besonders im Mitteldrittel, beissen und kratzen. Verteidigen und hechten, um schadlos durchzukommen. Am Ende entscheidet die offensive Klasse dieses Zürisee-Derby.
Zauberer
Die Bühne gehört heute Abend vor allem einem: Denis Malgin. Der Schweizer Nationalspieler ist definitiv nicht der Publikumsliebling am oberen Zürichsee-Ufer. Immer wieder Pfeifkonzerte gegen die 62, immer wieder verbale Entgleisungen der Fans. Doch der ZSC-Star bleibt unbeirrt. Mehr noch, es scheint, als würde ihn das noch besser machen. In der siebten Minute lässt er seine Klasse ein erstes Mal aufblitzen und versorgt die Scheibe herrlich in den Winkel. Zwinkern verboten, wer diesen Schuss einschlagen sehen wollte. Dann fällt der Zett im Mittelabschnitt ab und muss harte Arbeit leisten. Doch dank Hrubec und seinen Vordermännern können sie einen Gegentreffer noch verhindern. Sie schmeissen sich in alles was kommt. Müssen sie auch, denn spielerisch ist es nicht allererste Sahne. Doch die Lakers belohnen sich eine Viertelstunde vor Schluss für ihnen Effort. Larsson erzielt den längst fälligen Ausgleichstreffer und lässt die SGKB-Arena beben. Was nun?
Applaus für die Kameraden
Rappi möchte zehn Minuten vor dem Schluss einen Angriff starten und vertändelt die Scheibe in der eigenen Zone. Niemand da um sie zu holen, zumindest keiner im Retro-SCRJ-Jersey (spielten heute in schwarz zu Ehren der 90er-Generationen). Plötzlich ist Malgin an der Scheibe, schaut kurz auf und wumms! 2:1 ZSC Lions! Hände in die Höhe und ab in die Jubeltraube der Kollegen. Und 44 Sekunden später darf Rudolfs Balcers sich ebenfalls herzen lassen von seinen Kollegen. Im Powerplay versorgt er die Scheibe «Top-Shelf» - im rechten Lattenkreuz. Auf der Bank nimmt er danach Platz und schaut sich seinen Treffer nochmals auf dem Videowürfel an. Dann herzt er Kollegen Chris Baltisberger und klopft ihm auf den Helm: «Merci für den perfekten Screen vor Punnenovs!» So geht der Dreier am Schluss ziemlich in Ordnung und die Lions feiern den fünften Sieg in Serie.
(Marko Filipovic, Rapperswil)























