Es sind genau die richtigen Worte, die Headcoach Marco Bayer in der zweiten Pause an sein Team richtet. Er appelliert dabei auf einfache Tugenden und Einstellung. Am Talent kann es ja nicht liegen, salopp gesagt. Denn die Zürcher sind gespickt und gesegnet mit Talent, lassen sich aber in Ambri phasenweise Vorführen – und das vom Tabellendreizehnten. Der Coaching Staff will Wille, einfaches Eishockey und Speed sehen. Denn die Zürcher haben an diesem Spieltag die Chance, ihre Tabellensituation aufzupolieren und besonders die Play-In-Plätze ein wenig hinter sich zu lassen. 20 Minuten später, nach dieser Bayer-Ansprache, gehen die Zürcher mit breitem Grinsen vom Eis.
Guter Start, schlechte Phasen
Den Zürchern gelingt in der Gottardo Arena ein Start nach Mass. Es sind erst 53 Sekunden gespielt, da muss der Stadionspeaker von Ambri bereits den ersten Gegentreffer durchsagen. Denis Malgin erzielt dabei seinen 14 Saisontreffer und zementiert somit das Gewand des Topscorers. Doch je länger die Partie nun dauert, umso besser wird Ambri. Topchancen auf Seiten ZSC? Fehlanzeige. Es schleichen sich immer wieder Fehler im Aufbauspiel ein und auch kongeniale Momente in der O-Zone werden rar. Es kommt, wie es kommen muss. Miles Müller gleicht in der 18. Minute aus und lässt die Ambri-Fans tanzen. Noch mehr Jubel gibt es kurz nach der Halbzeit. Ambri agiert im Powerplay, Ambri trifft im Powerplay. Im zarten Alter von fast 37 Jahren trifft für die Biancoblu Chris DiDomenico zur erstmaligen Führung in dieser Partie. Das Überzahlspiel geht knapp 16 Sekunden und schon schlägt es hinter Simon Hrubec ein. Die ZSC-Akteure schütteln mit dem Kopf auf der Bank. «Was ist nur los, Jungs!», schreit ein Löwe zum Rudel.
Gut gebrüllt!
Die bereits erwähnte Ansprache von Marco Bayer fruchtet sofort! Sven Andrighetto bedient pfannenfertig den anrauschenden Kimo Gruber am zweiten Pfosten (45’). Für den Youngster ist es der dritte Saisontreffer in der National League, während «Ghetto» zum 16. Mal auflegt in dieser Spielzeit. Der Zehner dreht nun auf und wird sich am Ende dieses Drittels gar den Assist-Hattrick gutschreiben können. Keine vier Minuten später trifft das Trio-Infernale Malgin-Andrighetto-Balcers in einer herrlichen Dreierkombo zum 3:2 für den Zett – Partie gedreht! Nun versuchen es die Hausherren ohne Torhüter, um bei 6-gegen-5 einen Treffer zu erzwingen. Denkste, der letzte Treffer des Abends gelingt nochmals der Limmatstädtern. Andrighetto lanciert Malgin, der eigentlich nur noch ins leere Tor einschieben muss. Da guckt er kurz auf, sieht seinen neuen Teamkollegen Johan Sundström freistehen und bedient diesen Mustergültig. Sundström versenkt erstmals in der National League und Denis Malgin & Co. nehmen drei Punkte mit nach Zürich.
(Marko Filipovic, Ambri)























