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Keine Jubiläumsparty für Geering

Keine Jubiläumsparty für Geering

Patrick Geering bestritt gegen den SC Bern sein 1000. Spiel im Oberhaus des Schweizer Eishockeys. Doch die grosse Sause bleibt aus. Die Zürcher gehen in der Hauptstadt leer aus.

Wir verneigen uns vor dem Captain der ZSC Lions. Patrick Geering stand in Bern zum 1000. Mal auf dem NL-Eis - was ein Karrieremeilenstein. Die Mannschaft Rund um den Capitano reiste in 1000er-Geering-Shirts in die Bundeshauptstadt und zollten damit ihren höchsten Respekt gegenüber dem jahrelangen Leitwolf der Limmatstädter. Doch wer den gebürtigen Schwammendinger kennt, weiss, dass es ihm nicht um die grosse Bühne geht. Vielmehr will er einfach nur ums verrecken die drei Punkte in Bern holen, um mit seinem Team für positive Schlagzeilen zu sorgen. 60 Minuten später wissen wir, dass der SCB vor eigenem Publikum die Geering-Party crasht. 

 

Zähes Ringen

 

Man merkt es den beiden Teams an: es läuft gerade nicht so Rund, wie man es wohl gerne hätte. Der SCB, vorletzter in der Tabelle, kommt ein wenig besser aus den Startlöchern. Bei den ZSC Lions schleichen sich erneut Fehler im Aufbau ein und auch generell, sieht das Ganze nicht so flüssig aus wie noch gegen Ambri. Die Fans ahnen also schon, dass es hier und heute keine Gala geben wird. Im Kasten machen die Herren Reideborn und Zumbühl einen guten Job über die gesamte Partie gesehen. Die beiden Aufstellung sind übrigens ebenfalls interessant: es fehlen auf beiden Seiten etliche grosse Namen. So springt zum Beispiel bei den Zürchern der GCK-Abwehrturm Victor Oejdemark ein. Der erste Knackpunkt der Partie ereignet sich nur 18 Sekunden nach Wiederbeginn in Mittelabschnitt: Miro Aaltonen bringt den SCB in Führung. Der Jubel ist gross, die Last auf den Mutzen-Schultern wohl noch grösser. Aber in diesem Mittelabschnitt können die Zürcher noch reagieren. 21 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels erzielt Kimo Gruber seinen ersten Treffer in der National League. Tja, der eine spielt zum tausendsten Mal, der Jungspund trifft zum ersten Mal - eine schöne Geschichte. Gruber profitiert von viel Verkehr vor dem Kasten, aber auch von der Vorarbeit eines Pontus Aberg. Praktisch im Liegen bringt er von hinter dem Tor die Scheibe noch in den Slot. Es sollte aber der letzte Jubelschrei der Zürcher sein. 

 

Verzweiflung

 

Auch im letzten Abschnitt will nicht viel gelingen. Der SCB hat zuvor noch im Mitteldrittel zwei Hochkaräter liegen gelassen und trauert denen wohl ein wenig nach. Im absoluten Gewühl vor Robin Zumbühl findet sich plötzlich Joel Vermin zurecht und versenkt die Scheibe im Tor der Lions. Zu diesem Zeitpunkt liegen circa sechs Spieler, inklusive Robin Zumbühl, auf- oder nebeneinander im Torraum. Nach längerer Videokonsultation geben die Schiedsrichter der Treffer trotzdem und die Zürcher geraten noch mehr unter Druck. In der Schlussphase werfen sie nochmals alles nach vorne. Noch neun Sekunden auf der Uhr. Rohrer gewinnt das Bully, die Scheibe wird quer gelegt auf Frödén und der zieht wuchtig ab - Reideborn hält. Der einstudierte Spielzug fruchtet nicht und damit behalten die Berner alle drei Punkte in der PostFinance Arena. Während Patrick Geering sichtlich angefressen ist in der Kabine, goutiert die Mannschaft nach der Dusche mit tosendem Applaus seinen Meilenstein. Trotz Niederlage, eine schöne Geste an unseren Kapitän. 

 

(Marko Filipovic, Bern)

Fotos: Media Team ZSC Lions, Marko Filipovic & SC Bern

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