Morgenroutine
Mein Tag beginnt gegen 7:45 Uhr. Nach dem Aufstehen esse ich zuerst etwas Kleines – meist ein kleines Birchermüsli, ein paar Eier oder einfach einen Shake. Nichts Schweres, aber genug, um in den Tag zu starten.
Anschliessend mache ich mich auf den Weg in die Eishalle. Ich habe rund 35 bis 40 Minuten Fahrzeit und bin deshalb meist gegen 9:00 Uhr in der KEK.
Ankunft in der Halle
In der Halle angekommen, tape ich zuerst meine Stöcke für das Spiel. Danach stehen bereits die Meetings an, in denen wir uns mit dem Gegner beschäftigen, der uns am Abend gegenübersteht.
Nach den Meetings wärmen wir uns gemeinsam auf. Die Stimmung am Morgen ist fast immer locker und entspannt – es gibt einige Spieler, die jederzeit einen guten Spruch auf Lager haben und für gute Laune sorgen.
Eistraining
Das Morgentraining an einem Spieltag ist bewusst kurz gehalten, meist zwischen 25 und 35 Minuten. Es geht weniger um Intensität, sondern darum, ein gutes Gefühl für den Abend zu bekommen und den Körper in Bewegung zu halten.
Vorbereitung zu Hause
Nach dem Training fahre ich relativ schnell nach Hause. Der Weg dauert etwas, und ich möchte mir noch selbst etwas kochen. Zum Mittagessen gibt es meist Teigwaren mit Fleisch, zum Beispiel Poulet oder Rind, um die Energiespeicher langsam zu füllen.
Nach dem Essen ist es ungefähr 13:00 Uhr, dann lege ich mich nochmals hin. Mein Mittagsschlaf dauert meist von 13:30 bis 15:00 Uhr. Wenn ich aufwache und die Augen langsam wieder richtig öffnen kann, sind meine Gedanken schon beim Spiel.
Oft schaue ich mir danach nochmals meine Einsätze aus dem letzten Spiel an. In einem speziellen Tool kann jeder Spieler seine Aktionen aus allen Spielen analysieren.
Gegen 16:00 Uhr, also etwa vier Stunden vor Spielbeginn, gibt es nochmals eine grössere Mahlzeit mit viel Kohlenhydraten und Protein, damit ich am Abend genug Energie habe. Anschliessend mache ich mich bereit und fahre um 16:45 Uhr wieder Richtung KEK. Wenn der Verkehr mitspielt, bin ich gegen 17:30 Uhr in der Halle.
Vor dem Spiel
Ich habe vor jedem Spiel dieselbe Routine. Nach der Ankunft setze ich mich an meinen Platz und trinke noch einen Awake Mate. Eine Stunde vor dem Warm-up auf dem Eis starte ich mein Off-Ice-Warm-up. Dabei höre ich Musik und bereite meine Gelenke und Muskeln mit immer den gleichen Übungen auf das Spiel vor. Das dauert rund eine halbe Stunde.
Danach gehe ich zurück in die Garderobe und beginne, mich umzuziehen. Die Stimmung ist jetzt eine andere als am Morgen – deutlich ruhiger, jeder ist mehr bei sich. Musik läuft trotzdem, meistens ausgewählt von Nauris Sejejs. Und das macht er ziemlich gut. Kurz darauf geht es für 20 Minuten aufs Eis zum Warm-up.
Spielbeginn
Nach dem Warm-up gibt es die letzten Inputs unserer Coaches – dann ist es um 20:00 Uhr so weit und das Spiel beginnt.
Während dem Spiel mache ich mir nicht viele Gedanken. Ich versuche einfach zu spielen. Vieles passiert aus dem Instinkt heraus. Je nach Spielverlauf und persönlichem Gefühl sind auch die Emotionen unterschiedlich. Diese gilt es möglichst beiseitezuschieben und sich auf das zu konzentrieren, was man beeinflussen kann. Ehrlich gesagt ist das nicht immer ganz einfach. Zwischen den Dritteln erhalten wir weitere Inputs und gegebenenfalls Anpassungen von den Coaches.
Nach dem Spiel
Nach dem Spiel hängt die Stimmung stark vom Resultat ab. Nach einem Sieg ist sie natürlich sehr gut, nach einer Niederlage wird meist weniger gesprochen. Nichtsdestotrotz geht es weiter: Wir essen gemeinsam und richten den Blick nach vorne.
Für das Cooldown ist jeder Spieler selbst verantwortlich. Nach dem Duschen mache ich mich auf den Heimweg und versuche, so schnell wie möglich zu schlafen. Das ist nach Spielen nicht immer einfach – das Adrenalin ist oft noch hoch und der Körper noch sehr aktiviert.



















