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Endo Meier: Vom GCK-Talent zum ZSC-Profi

Endo Meier: Vom GCK-Talent zum ZSC-Profi

Gänsehaut beim Einlaufen, das erste Mal vor ausverkaufter Hütte und plötzlich mit dem Trikot seines Lieblingsklubs: Für Endo Meier wurden in dieser Saison Kindheitsträume wahr. Der GCK-Center spricht über seinen ersten Profivertrag beim ZSC, sein National-League-Debüt und darüber, weshalb für ihn trotzdem nur harte Arbeit zählt. Am Freitag startet der 20-Jährige mit der U21-Elit der Löwen, für die er nach wie vor spielberechtigt ist, in den Playoff-Final gegen Biel.

Endo, wenn man einen Vertrag unterschreibt, sieht man ja danach in den sozialen Medien oft die Bilder der Unterzeichnung. Kannst Du Dich aber auch noch an den Moment erinnern, als man Dir zum allerersten Mal gesagt hat, dass Dich die ZSC Lions verpflichten wollen?

Ja, das war zu Beginn dieser Saison. Ich wusste, dass ich vor einer entscheidenden Spielzeit stehe, da ich nur noch ein Jahr Vertrag hatte bei den GCK Lions. Der Start gelang mir ziemlich gut, deshalb hoffte ich natürlich, dass bald jemand auf mich zukommen würde. Hin und wieder konnte ich da bereits mit dem ZSC trainieren. Irgendwann kam Headcoach Marco Bayer auf mich zu und meinte, dass ich gute Fortschritte mache und sich Sportchef Sven Leuenberger bereits mit meinem Agenten austauschen würde. Kurze Zeit später unterschrieb ich meinen ersten Profivertrag. Ein fast schon surrealer Moment.

 

Wie ist das, wenn plötzlich ein Kindheitstraum in Erfüllung geht?

Das ist natürlich cool und dauert wohl auch einen Moment, um das einzuordnen. Fast der grössere Traum ging aber in Erfüllung, als ich das erste Mal für den ZSC spielen konnte. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, als ich zu meiner Familie meinte: «Ich spiele morgen für den ZSC!»

 

Das war im September, kurz nach Saisonstart beim Auswärtsspiel in Fribourg. In einem der grössten und lautesten Stadien der Schweiz notabene. Wie sehr hat Dich die Kulisse beeindruckt?

Das war unglaublich. Da kommst du aus der Swiss League, bist dir höchstens ein paar hundert Zuschauer*innen gewohnt und läufst plötzlich vor einer vollen Hütte auf. Nur schon die Ankunft mit dem Car war wahnsinnig, alle Fans haben vor dem Stadion auf uns gewartet. Das ist schon nochmals eine andere Bühne, das ist mir ziemlich eingefahren. Ich habe jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

 

Und wie hoch ging Dein Puls ob all diesen Eindrücken?

Bis nach dem Warm-up eigentlich gar nicht so hoch. Aber als es dann kurz vor Spielstart nochmals zurück in die Garderobe ging und ich das erste Mal das richtige ZSC-Trikot anzog, wurde mir klar: Jetzt gilts wirklich ernst. Da ging mein Puls schon nochmals rasch hoch.

 

Kurz vor Jahresende folgte dann bereits der nächste Meilenstein in Deiner noch jungen Karriere: das erste Heimspiel in der Swiss Life Arena.

Absolut, das war der Wahnsinn. Ich verfolge ZSC-Spiele seit ich denken kann. Und plötzlich ruft der Speaker deinen Namen auf und du kannst vor einer vollen Halle aufs Eis fahren. Unglaublich!

 

Wie gelingt es einem, sich bei solchen Eindrücken trotzdem aufs Spiel zu konzentrieren?

Lustigerweise konnte ich das alles komplett ausblenden, als ich das erste Mal auf dem Eis war. Das klingt komisch, aber wenn du dich aufs Spiel fokussieren musst, nimmst du alles rundherum gar nicht mehr wirklich wahr. Egal, ob du vor 100 oder 10’000 Zuschauer*innen spielst.

 

Wie sehr hat Dich Marco Bayer unterstützt, der Dich ja schon bei den GCK Lions gecoacht hat?

Marco hilft uns Jungen sehr. Ausserdem gibt es einem ein gesundes Selbstvertrauen, wenn du weisst, dass dich der Coach bereits kennt und auch weiss, was du kannst. Am Schluss hilft dir das alles aber nichts. Du musst einfach abliefern, wenn du die Chance bekommst.

 

Wie hat sich das Niveau und das höhere Tempo angefühlt bei Deinen ersten Einsätzen in der National League?

Vor allem physisch ist es ein extremer Unterschied. Ausserdem kannst du dir auf diesem Niveau wirklich gar nichts leisten. Ein kleiner Fehler reicht, damit der Gegner zu einer Torchance kommt. In der Swiss League hast du schon mehr Zeit, ein Missgeschick wieder auszubügeln. Ausserdem überträgt sich die Atmosphäre in den Stadien auch auf die Spieler. Der Adrenalinschub durch die Stimmung von den Rängen macht jeden einzelnen noch besser.

 

Wie ist das jeweils für Dich, wenn Du an einem Abend vor tausenden Zuschauer*innen spielst und danach wieder in die Sky Swiss League zurückkehrst, wo Du höchstens vor ein paar hundert Fans spielst?

Die grösste Herausforderung ist dabei eigentlich gar nicht die Stimmung oder die Lautstärke in der Halle, sondern eher, dass du nicht versuchst, künstlich etwas zu reissen. Die Gefahr besteht, dass wenn du beim ZSC spielen durftest, du das Gefühl hast, dass du jetzt besonders gut performen musst in der Swiss League. Da ist es wichtig, nicht übermütig zu werden.

 

Warum glaubst Du, haben Dich die ZSC Lions mit einem Profivertrag ausgestattet?

Ich bin kein Spieler, bei dem sich die Fans denken: Wow, was für ein Ausnahmetalent! Sondern eher einer, der seine Mitspieler besser macht, eine Linie zusammenhalten kann. Ich glaube, meine Stärke ist es, meine Linienpartner so in Szene zu setzen, dass sie brillieren können. Hier kommen mir meine Übersicht und mein Spielverständnis entgegen. Ich glaube, ich mache viele kleine Sachen, manchmal oft nur Details, richtig, die entscheidend sein können.

 

Wo möchtest Du Dich noch verbessern, bis Du nächste Saison zum Zett stösst?

Vor allem physisch möchte und muss ich noch zulegen. Da wird das Sommertraining entscheidend sein: Kraft, Ausdauer, Explosivität und Agilität. Mein Ziel ist es, mir bei den ZSC Lions einen Platz zu erkämpfen und nicht ständig zwischen National- und Sky Swiss League zu pendeln.

 

Du stammst aus einer Hockeyfamilie, schon Dein Vater und Grossvater waren Profis. Wie haben sie reagiert?

Es ist schon speziell, dass ich nun der dritte im Bunde bin, der Hockeyprofi wird. Aber bei meinem Werdegang hat das nie eine grosse Rolle gespielt, ob ich quasi die Familientradition weiterführe. Ich habe deshalb auch nie zusätzlich Druck verspürt. Im Gegenteil: Es ist schön, dass ich mich mit ihnen austauschen und über alles sprechen kann.

 

Zum Schluss springen wir noch rasch in die Zukunft. Wenn wir heute in einem Jahr wieder miteinander reden: Was muss passiert sein, damit Du zufrieden bist?

Mein Ziel ist es, in der ersten Saison das Vertrauen des Trainers und der Organisation zu gewinnen. Das bedingt natürlich, dass ich Spiel für Spiel abliefere. Ich möchte Teil des Teams sein und mithelfen, Erfolge zu feiern. Wenn ich meinen Platz bei den Lions finde, bin ich zufrieden.

Steckbrief

 

Geburtstag: 20. Juli 2005
Alter: 20-jährig
Geburtsort: Zürich
Wohnort: Gockhausen
Nationalität: Schweiz
Grösse: 184 cm
Gewicht: 85 kg
Position: Center/Flügel
Grösste Erfolge: dreimal Juniorenmeister mit den Lions (2022, 2023, 2025) und dreimal Junioren-WM-Teilnahme mit der Schweiz (2023, 2024, 2025)
Bei den Lions seit: 2020/21
Hobbys: Golf, Kochen, Familie und Freunde

 

Spielplan Playoff-Final U21-Elit

 

EHC Biel (1.) – GCK Lions (2.)
Spiel 1, Fr 27.3. / 20:15 / Tissot Arena

Spiel 2, So 29.3. / 14:00 / Swiss Life Arena

Spiel 3, Mi 1.4. / 19:00 / Tissot Arena

evtl. Spiel 4, Sa 4.4. / 14:00 / Swiss Life Arena

evtl. Spiel 5, Mo 6.4. / 14:00 / Tissot Arena

 

Die Meier-Dynastie

 

Endo Meier ist der jüngste Spross in einer der bekanntesten Eishockey-Familien der Schweiz. Sein Grossvater Peter Meier (84) spielte als Flügel beim ZSC, wurde 1961 Schweizermeister und Cupsieger und stand in einem Länderspiel sogar als Nationalspieler auf dem Eis. Vater Roger Meier (58) spielte ebenfalls für den ZSC und gewann später vier Meistertitel mit dem EHC Kloten. Nun führt Sohn Endo die Meier-Dynastie fort.

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