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Die Lions zeigen Zähne

Die Lions zeigen Zähne

Der erste ZSC-Sieg im Halbfinal ist Tatsache. Vor heimischem Publikum ackern sich die Limmatstädter einen ab, um am Ende des Tages den ersten Sieg einzutüten.

Die Festung steht - auch ein 19. Mal in Serie (während Playoffs). Der HC Davos muss sich für einmal beugen und die Zürcher ziehen in der Serie gleich. Als die Uhr abläuft und der Rekordmeister mit leerem Tor den Anschluss sucht, steht es bereits 3:1 auf der Anzeigetafel für die ZSC Lions. Es ist der Lohn für einen aufopferungsvollen Auftritt, der je länger die Partie dauert, verdienter wird. Die Gäste sind aufsässig und eklig, sind besonders im ersten Abschnitt immer wieder brandgefährlich. Doch die Zürcher überzeugen mehrheitlich mit Disziplin und lassen wenig abrennen - und sonst ist ja noch Simon Hrubec da. Es ist aber an diesem Ostermontag definitiv kein Selbstläufer. Im Gegenteil, es scheint ab und zu so, als würde man noch Geschenke verteilen in Vertretung des Osterhasen. Es schleichen sich Aufbaufehler ein, die den Gästeblock des öfteren (zwar schon stehend) von den imaginären Stühlen reisst. Aber der amtierende Meister findet einen Weg und vor allem Mittel, sich spätestens ab Spielmitte zu steigern. Der Lohn ist der Ausgleich in der Serie. 

 

Drecksarbeit belohnt

 

In Schönheit sterben gilt nicht in dieser Halbfinalserie gegen Davos. Alle drei Zürcher Tore sind keine Endprodukte von herrlichen Sololäufen, Tic-Tac-Toe-Spielzügen oder Kabinettstücken. Nein, sie entstehend durch harte Arbeit vor dem Kasten. Sie tragen wohl das Label «dreckige Tore». Zum Beispiel das Tor von Rudolfs Balcers in Minute 25. Frödén wirft sich zuvor in den Slot, probiert no-look die Scheibe hinter sich zu passen und siehe da, sie landet vor der Kelle des Letten. Dieser lupft die Scheibe an Freund und Feind aus kürzester Distanz vorbei ins Netz. Es geht eine Erleichterung durch das Stadion dank diesem Powerplay-Treffer. Ein wenig später (32') aber kassiert der Zett zu einfach ein Gegentor durch HCD-Frehner. Wegen zu vieler Spieler auf dem Eis muss Hollenstein zusehen, wie in Unterzahl der Gastakteur zu frei im Slot ablenken kann. 

 

Power-Löwen mit Torriecher

 

In der Schlussviertelstunde, nachdem die Zürcher das Zepter bereits klar in die Hand genommen haben, machen sie dem Löwenkäfig alle Ehre. Die Stimmungsbalken steigt immer weiter und die Gemüter sind bereits nach ein paar fragwürdigen Entscheiden der Unparteiischen ziemlich erhitzt. Einer der aktuell sehr brennt, ist Chris Baltisberger. Nach seinem Doppelpack in Davos sorgt er per Abstauber, nach Schuss von Kukan, für das 2:1! Ekstase pur! Der «Züribueb» macht in seinem Wohnzimmer (dem Slot), dass was er am besten kann: Rumwühlen und Scoren. Der Treffer in der 45. Minute entpuppt sich später gar als Game-Winning-Goal. Einer, der heute extrem viel beisst, kratzt und rennt, belohnt sich knapp sechs Minuten vor dem Ende gleich selbst. Im grössten Gewühl vor dem Kasten würgt (nach drei Versuchen) Vinzenz Rohrer den Puck irgendwie an Aeschlimann vorbei zum 3:1. Die Erleichterung, der Torjubel, sie sprechen Bände. Danach erledigen sie ihren Job zu Hause mit stilvoller Routine und lassen sich feiern. Dezent, fokussiert und wohl bereits gedanklich bei Spiel 3 in Davos. Die Swiss Life Arena ist auf jeden Fall um einen unterhaltsamen Playoff-Abend reicher geworden. 

 

(Marko Filipovic)

Fotos: Media Team ZSC Lions, Berend Stettler & Melanie Duchene

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