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Der Mann hinter der Kamera

Der Mann hinter der Kamera

Werner Jenni hat den Nachwuchs und die GCK Lions jahrzehntelang als Videocoach begleitet. Sein wichtigstes Werkzeug war stets eine Kamera. Und sein wichtigster Antrieb: die Freude an der Arbeit mit jungen Menschen.

Es begann, wie so vieles im Leben, mit einem Gefallen unter Freunden. Ein Kollege drückte Werner Jenni eine Videokamera in die Hand und sagte sinngemäss: «Fang einfach an zu filmen.» Jenni fing an. Und hörte jahrzehntelang nicht mehr auf.

 

Den offiziellen Einstieg markierte das Jahr 1988, als der damalige GC-Coach Bruno Aegerter Jenni bat, für ihn zu filmen. Aus dieser Bitte wurde eine Leidenschaft, aus der Leidenschaft eine Berufung. Zuerst bei GC, später bei der U20 der Lions, dann auch bei der U18 und U17: Jenni war da. Immer mit Kamera, immer mit Herzblut.

 

Dabei war das Filmen nur ein Teil seiner Arbeit, vielleicht nicht einmal der aufwändigste. Jenni war Betreuer, Materialwart, Allrounder. Bei Auswärtsspielen half er, wo er gebraucht wurde: Flaschen abfüllen, Ausrüstung einrichten, den Spielern zur Hand gehen. Beruflich habe er das stets gut einrichten können, sagt er, und man spürt dabei, dass es für ihn nie eine Last war. «Ich hatte immer Plausch dabei. Mit jungen Leuten zu arbeiten, das war einfach schön.»

 

«Es war immer etwas los»

 

Besonders prägend war sein Engagement bei den GCK Lions, wo er, weit über das Filmen hinaus, mit aufbauen musste, was heute selbstverständlich scheint: ein funktionierendes Videosystem, Spielübertragungen, technische Infrastruktur. Dass dabei das Internet ausfiel oder jemand versehentlich ein Kabel herauszog, gehörte zum Alltag. Jenni nahm es gelassen.

 

Einer seiner unvergesslichsten Momente war das legendäre Spiel in Herisau, der NLB-Playoff-Final 1997, in dem GC gegen den SC Herisau antrat. Ein wildes Spiel, wie es im Eishockey bisweilen vorkommt: Ein Tor wurde aberkannt, zu Unrecht, wie Jenni heute noch überzeugt ist. Dann fuhr jemand mit der Eismaschine in die Bande, das Spiel wurde unterbrochen. Am Ende obsiegte Herisau und stieg auf. «Es gab so viele Highlights», erinnert er sich, «und es war immer etwas los.» Auch spezielle Aufgaben: In der Playoff-Zeit wurde Jenni jeweils sogar losgeschickt, um gegnerische Mannschaften zu beobachten. «Auch wenn ich oft als Scout enttarnt wurde», lacht er.

 

Archivaufnahmen von Sohn Marcel Jenni

 

Heute ist Jenni offiziell bei den GCK Lions gemeldet, hauptsächlich als Betreuer. Den Videobereich haben die Löwen mittlerweile einem Profi übergeben, die Zeiten haben sich geändert, die Anforderungen sind gewachsen. Jenni ist das recht. Er springt ein, wo er gebraucht wird, hilft in den Ferien aus, macht, was anfällt. Die Haltung ist dieselbe geblieben wie 1988.

 

Und die Kamera? Die hat Jenni nie ganz aus der Hand gelegt. Bis fast am Schluss seiner Spielerkarriere hat er Sohn Marcel gefilmt – erste Gehversuche auf dem Eis, Juniorenspiele, Meilensteine einer Karriere, die ihn in die NLA führen sollte. All diese Aufnahmen hat Jenni noch. «Schon lange nicht mehr angeschaut», sagt er. Aber er weiss, dass sie da sind.

 

Heute verfolgt Werner Jenni die Spiele des ZSC weiterhin mit aufmerksamem Blick. Den Kontakt zu den Spielern, die er über die Jahre begleitet hat, hat er nie verloren. Sigrist und Riedi kommen noch immer vorbei, sagen Hallo, reden mit ihm. Es sind diese Momente, in denen deutlich wird, was Jennis jahrzehntelange Arbeit hinterlassen hat: nicht Statistiken oder Videoarchive, sondern Beziehungen, Vertrauen und Dankbarkeit.

 

Werner Jenni hat nie im Rampenlicht gestanden. Er wollte das auch nicht. Aber wer den Lions-Nachwuchs in den letzten Jahrzehnten von innen kennt, der kennt auch den Mann mit der Kamera. Den stillen Begleiter, der immer da war, wenn es drauf ankam.

Steckbrief

 

Spitzname: Werni

Geburtstag: 26. März 1945

Alter: 81-jährig

Geburtsort: Niederhüningen

Wohnort: Uster

Funktion: Betreuer GCK Lions

Grösste Erfolge: Schweizermeister mit der U20 der Lions

Bei den Lions seit: 1988

Hobby: Fischen

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