Gänsehaut pur zum Auftakt der Playoffs 2026! Rund zehn Minuten vor dem Puckdrop gegen den HC Lugano ertönen ein erstes Mal die Trompeten zur traditionstüchtigen Playoff-Hymne. Gefolgt vom Intro, eilen die Protagonisten in Begleitung der Trompeten wie Gladiatoren aufs Eis. Die Marschroute ist klar: Unleash the Lion - Part 3! Doch das Getröte macht an diesem Abend etwas mit dem Publikum. Die Haare stehen zu Berge, Gänsehaut macht sich bemerkbar und viele schwelgen wohl in diesem Moment in Erinnerungen an die letzten beiden Jahre. Und wie es halt so kommen muss, gelingt den Zürchern der 17. Playoff-Heimsieg de Suite am heutigen Abend. Ein Mahnfinger darf an diesem Samstagabend trotzdem nicht fehlen: zwar ist der Auftritt siegreich, doch da ist definitiv noch viel Luft nach oben bei den Limmatstädtern.
Guter Start, schwieriges Spiel
Für den einfachen Hockey-Konsumenten lässt sich die Partie wohl folgendermassen zusammenfassen: Lugano ist aggressiver, Lugano hat mehr vom Spiel, Lugano wirkt gefährlicher in der Offensive und die Spielkontrolle hatten die Lions wohl ohnehin nicht. Die geschärften Sinne des Coachingteams und jeglicher Analytiker wird vielleicht ein anderes Resumé dazu finden, aber die einzige Wahrheit steht schliesslich auf der Anzeigetafel: 3:0 für die Zürcher lautet das Endresultat. Der Start in die Partie ist nach Mass. Kaum sind fünf Minuten gespielt, vernascht Denis Malgin den Bianconeri-Schlussmann Niklas Schlegel. Der HCL-Goalie macht dabei nicht die beste Falle, was «Malx» nicht weiter interessiert. Tor ist Tor. Für das Auge ist der erste Abschnitt der beste der Hausherren. Solche Auftaktspiele haben immer einen speziellen Charakter und sind eine schwierige Aufgabe. Siehe die anderen Serien in den Viertelfinals. Doch der Zett kann den guten Schwung des Starts nicht mitnehmen. Lugano wirkt wirklich aggressiver, Lugano wirkt wirklich torgefährlicher. Immer wieder kommen die Zuschauer nicht aus dem Staunen heraus, was Simon Hrubec alles entschärft vor seinem Kasten. Er wird zurecht nach der Partie zum Mann des Abends gekürt - unwiderstehlich dieser «Hrubi»!
Knackpunkt Pfeifkonzert
Ein sogenannter Gamechanger ereignet sich in Minute 37. Santeri Alatalo wird beim Gegenrush regelwidrig von den Beinen geholt und holt damit einen Penalty für sein Team heraus. Das Zürcher Publikum ist sowas von nicht dieser Meinung, dass die Wände der Swiss Life Arena beben. Es folgt das wohl lauteste Pfeifkonzert der noch jungen Löwenkäfig-Geschichte. Einschätzungen zu Folge sei es lauter gewesen als bei der Causa «Glauser» in der Finalserie 2024. Für die Tessiner läuft, nein spaziert, Luca Fazzini an. Links rechts, links rechts, er massiert die Scheibe derart langsam in der Vorwärtsbewegung, dass es eine gefühlte Ewigkeit geht, bis er den Abschluss sucht. Der Puck klatscht ans rechte untere Lattenkreuz, prallt auf die Linie und bleibt dort stehen - notabene noch vor der Torlinie. Lugano mit riesigem Pech. Nach der zweiten Pause kommen auch die Zürcher endlich wieder in die Gänge und just als die Bianconeri dem Ausgleich wieder gefährlich nah kommen, versenkt Derek Grant die Comeback-Träume der mitgereisten Lugano Fans. Er lässt sich beim Konter nicht zwei Mal bitten und versorgt die Scheibe gekonnt an Schlegel vorbei im Tor. Zuvor fast 50 Minuten unsichtbar, macht Grant das, was er am besten kann: Toreschiessen. Den Schlusspunkt setzt Denis Malgin dann ins leere Tor und sorgt dafür, dass die Choreo des Limmatblock schon am ersten Abend wortwörtlich umgesetzt wird. Ende gut, alles gut. Weiter geht's am Montagabend in der Cornèr Arena. Unleash the Lion!
(Marko Filipovic)






























