Na, wer hat auch heute Abend wieder das ein oder andere graue Haar vor dem Fernseher bekommen? Ebenso darf wieder gesagt werden: wer zuletzt lacht, lacht am besten. Einer der sich nach der Partie besonders enervierte war Langnaus Saku Mäenalanen. Eine Viertelstunde vor Schluss erzielt er im Powerplay den zwischenzeitlichen 3:2-Führungstreffer für die Emmentaler. Fast alle der Rund 5600 Zuschauenden reisst es von den kalten Sitzen in der ehemaligen Ilfishalle. Mäenalanen ist so aufgepumpt, dass er provokativ mit angespannter Bizeps-Pose an der ZSC-Bank vorbeifährt und die Langnauer Muskeln spielen lässt. Doch das lassen sich die Zürcher nicht gefallen. Am Ende verliert der Finne gar noch seine Nerven und rauscht nach der Schlusssirene direkt in die Katakomben. Zum Handshake will er nicht antreten, denn sein Team hat die erneute Führung nicht über die Zeit gebracht und die ZSC Lions holen sich mit ach und krach den zweiten Dreier dieser Woche.
Fehlstart 2.0
Ach lieber ZSC, im ersten Drittel ist es ein Spiegelbild der Leistung vom Dienstagabend in Zürich. Irgendwie kommt das Team von Claude Julien nicht so richtig in die Gänge und setzt, so kommt es einem vor, einstudiertes nicht um. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Hausherren mit den Fans im Rücken durch Dahlen (7') in Führung gehen. Phil Baltisberger spielt den Neuzugang perfekt in Szene und dieser muss nur noch verwerten. Der ehemalige ZSC-Spieler Baltisberger ist es dann auch, der sich leider unfreiwillig erneut ins Rampenlicht bringt (Minute 25). Etwas unglücklich landet nach einem Bully sein Stock zwischen den Beinen von Simon Knak. Das tut kurzzeitig dem Topscorer weh, mehr aber schmerzt es den Tigers, die ihren besten Verteidiger frühzeitig dadurch verlieren. Obwohl sie die fünfminütige Unterzahl unbeschadet überstehen, werden sie fortan ihre Nummer 42 in der Defensive schmerzlich vermissen. Doch nicht sofort. Nur 42 Sekunden später und bei nummerischer Gleichheit erzielt SCL-Lehmann mit einem Distanzschuss in den rechten oberen Winkel das 2:0 für Langnau. Die Emmentaler im Rausch, der ZSC kopfschüttelnd in Sorge. Aber wie bereits am Dienstag zeigt das Team viel Moral und spart sich die grosse Show für die zweite Spielhälfte auf.
Doppelpacker regelt
Den 0:2-Rückstand machen die ZSC Lions bis zur 42. Minute wett. Zuerst stochert Simon Knak mit seinem dritten Saisontreffer die Scheibe zum 1:2 über die Linie. Kurz nach Wiederbeginn im Schlussdrittel erzielt Tim Berni sein erstes Tor für die ZSC Lions in dieser Saison. Boltshauser ist bereits geschlagen und Berni kann aus der Halbdistanz einnetzen. Kurz darauf folgt die Mäenalanen-Show, die kein Happy End mit sich bringen wird. Denn Züri-Bueb Nicolas Baechler steht in Minute 50 und 57 zweimal goldrichtig und dreht die Partie zu Gunsten seiner Klubfarben. Was ein Effort der Limmatstädter, die erneut beweisen, dass man sie nie abschreiben darf. Dafür haben sie einfach zu viel individuelle Klasse auf dem Matchblatt parat. Zwar hat Langnau zehn Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich auf dem Stock, doch Simon Hrubec und Abwehrkollegen vereiteln erfolgreich. So nimmt die Truppe aus der Limmatstadt alle drei Punkte mit nach Hause. Morgen duellieren sie sich im Löwenkäfig mit Genf. Die Grenats egalisierten ebenfalls einen Rückstand (0:3) noch aus, mussten sich dann aber mit 3:4 im Penaltyschiessen gegen Ajoie geschlagen geben. Morgen erwartet uns ein heisser Tanz!
(Marko Filipovic, Langnau)
























