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ZSC Lions Frauen bereit für den Saisonauftakt

ZSC Lions Frauen bereit für den Saisonauftakt

Mischen sich die ZSC Lions Frauen in der am Wochenende beginnenden Meisterschaft der PostFinance Women's League wieder unter die Spitzenteams? Durchaus möglich, denn die Leistungen und Resultate in der Vorbereitungsphase stimmen zuversichtlich. Headcoach Angela Taylor spricht von einem hohen «Work Level».

Wenn die Coaches kurz vor dem Beginn einer Meisterschaft jeweils ihre positivsten Kommentare auspacken, so kann dies einerseits bewusst platzierter Optimismus sein oder aber eine ehrliche Bilanz der langen Vorbereitungsphase im Sommer und Frühherbst. Angela Taylor entscheidet sich mit Recht für die zweite Variante. «Die Frauen haben neben und auf dem Eis sehr hart trainiert, um ihren Fitnesslevel zu steigern. Ich bin beeindruckt von der Einstellung, dem Commitment und der Professionalität der Spielerinnen.» Zusammen mit den Resultaten aus den Testspielen – fünf Siege in sieben Spielen, 29 geschossene Tore bei 18 Gegentreffern – ergibt dies eine durchaus positive Bilanz eines monatelangen Prozesses: «Wir bewegen uns in die richtige Richtung», sagt Taylor. «Die Testspiele haben uns viel Positives gezeigt, aber auch Dinge, an denen wir weiter hart arbeiten müssen. Ich habe deshalb einige Änderungen im Training vorgenommen und das Intensitätslevel erhöht.»

 

Zehn Abgänge und viele junge Gesichter

 

Schauen wir zurück: Mit dem Ausscheiden in den Play-Ins ging im Frühling für die ZSC Lions Frauen eine Saison zu Ende, die mit dem Gewinn der Cup-Medaille versüsst wurde. Zehn Spielerinnen schieden aus dem Kader aus: Shannon Sigrist, Dominique Scheurer, Isabel Waidacher, Julia Marty, Eveliina Mäkinen, Mara Frey, Samira Besson, Kira Juodikis, Laura de Bastiani und Kristi Shashkina. Ersetzt wurden sie durch eine ganze Reihe junger Spielerinnen aus der Lions-Pyramide sowie die neuen Ausländerinnen Bri Eid (von Davos) und Fanny Rask (von Ambri). Entstanden ist eine hochkarätige Mischung aus dringend benötigter Erfahrung (Eid, Rask) und jugendlichem Elan (Norina Schrupkowski, Stella Zagnoli, Gloria Henek, Shayna Merkofer, Lisa Binder, Enya Frolik, Lian Tovi). Angela Taylor schwärmt vom Zusammenhalt ihres Teams: «Die Gruppe hat erstaunlich schnell zu einer Einheit gefunden und wir haben eine super Atmosphäre in der Garderobe. Das ist wichtig und wir sind stolz darauf.»

 

Zusätzliche Verstärkung ist zudem absehbar: Mit den Nati-Spielerinnen Stefanie Wetli und Janine Hauser befinden sich zwei Verteidigerinnen im Aufbau, von denen erwartet wird, dass sie die Abwehrorganisation deutlich stabilisieren können. Ebenfalls im Aufbau befindet sich Stürmerin Laelia Huwyler, die bereits letzte Saison für die Lions Frauen im Einsatz stand.

 

Der frische Wind und die neuen Topskorerinnen

 

Mehr als vier Tore pro Spiel haben die Zürcherinnen in der Vorbereitung erzielt. Das ist zwar kein zuverlässiger Indikator für die Meisterschaft, hat aber dennoch den positiven Nebeneffekt, dass sich mit Chloé Aurard-Bushee (sieben Tore und sieben Assists, zwei Punkte pro Spiel) und Nora Harju (neun Tore und sechs Assists, 2,14 Punkte pro Spiel; beste Punktesammlerin aller Teams der Women's League in der Vorbereitung) zwei «neue» Skorerinnen hervorgetan haben, die zwar bisher ebenfalls zu den besten Punktesammlerinnen im Team gehörten, aber noch nicht in diesem Umfang punkteten. Sie bilden zusammen mit Fanny Rask am Center eine gefährliche Sturmreihe.

 

Auf die Frage, warum es denn so gut laufe mit dem Toreschiessen und ob da etwa eine neue Topskorerin heranwachse, lacht die 23-jährige Nora Harju und sagt nach einer kurzen Weile: «Es läuft einfach. Die Chemie in unserer Sturmreihe passt bestens.» Sie sei «abschlusshungrig» und werde von ihren Mitspielerinnen auch immer wieder perfekt bedient. Sie ist eine der Spielerinnen, die im «neuen Teamumfeld» aufzublühen scheinen. «Ja, ich fühle mich sehr wohl und die jungen, neuen Spielerinnen haben einen frischen Wind ins Team gebracht. Sie sind ehrgeizig und engagiert, deshalb haben wir auch unsere Trainingsintensität steigern können.» Auch Captain Lisa Rüedi unterstützt diese Aussage. Die 25-Jährige steht vor ihrer zwölften Saison im Lions-Dress und schwärmt von ihrem neuen Team: «Es ist mega cool, man spürt echt einen frischen Wind, der uns ‹ältere Spielerinnen› sichtlich motiviert und beflügelt.» Das Team befinde sich nach der vor einem Jahr eingeläuteten Umbruchsphase immer noch in einem Lernprozess, vor allem auch mit Blick auf die neu dazugekommenen Spielerinnen. «Aber ich bin überzeugt, dass wir eine coole Saison spielen werden.» Ihr sind die Schwankungen in den einzelnen Testspielen nicht verborgen geblieben. «Auch das gehört zum Lernprozess und ich finde es gut, dass wir bereits in der Vorbereitung mit negativen Situationen konfrontiert wurden. Damit sind wir gezwungen worden, Strategien zu finden, um aus einem Loch herauszufinden.»

 

Saisonstart am Samstag auswärts

 

Headcoach Angela Taylor umschreibt das Saisonziel ihres Teams mehrschichtig: «Die Entwicklung der Spielerinnen und des Teams steht im Vordergrund und soll die Grundlage bilden, um die Playoffs zu erreichen.» Ob der Weg direkt in die Playoffs (dazu ist Rang zwei nötig) oder via die Pre-Playoffs in den Halbfinal führen soll, lässt sie wohlweislich offen, denn die Konkurrenz beansprucht das gleiche Ziel. Klarer Favorit auf den Titel bleibt Meister Zug. Mit Fribourg-Gottéron, Davos und dem SC Bern haben die ZSC Lions Frauen gleich drei Mitstreiter im Kampf um einen Spitzenplatz. Auch die Aufsteigerinnen aus Lausanne, die ohne Abstiegsdruck aufspielen können, und die Neuchâtel Hockey Academy melden ihre Ambitionen auf einen der sechs Playoff-Plätze an. Das erste Meisterschaftsspiel bestreiten die ZSC Lions Frauen auswärts: Am Samstag treffen sie im Landwassertal auf die Davos Ladies (17:00 Uhr). Nach einer weiteren Auswärtspartie in Neuenburg (Samstag, 19. September, 14:45 Uhr) steht die erste Heimpartie in der Swiss Life Arena am Sonntag, 20. September, um 13:15 Uhr gegen Fribourg-Gottéron auf dem Programm.

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