Die ZSC Lions bewahren ihre weisse Weste und bleiben auch in der Pruntrut ungeschlagen. Die Mannschaft von Claude Julien muss für den heutigen Dreier jedoch «Ran an die Säcke». Es ist wie es ist in der Ajoie, ein schwieriges Pflaster für die Limmatstädter. Denn die Hausherren und ihr Anhang machen ihren Job gut. Immer wieder peitschen die Fans ihr Team an, um den grossen Coup irgendwie zu schaffen. Nach dem mutigen Start in die Saison ist dies auch berechtigt. Und obwohl am Ende der sogenannte «Pflichtsieg» der Zürcher Realität wird, haben wir eine weitere Erkenntnis aus dem Jura: der HC Ajoie ist ein zäher Brocken.
Zuerst gut, dann schlecht
Juho Lammikko reflektiert nach der Partie in der Garderobe authentisch wie immer: «Wir spielen ein gutes Drittel, ein sehr gutes Drittel und denken dann, das wird heute schon gut kommen. Was denken wir uns eigentlich dabei? Dass der Gegner in der ersten Pause wegen ein wenig Gegenwind die Schlittschuhe aufbindet und locker in den Feierabend mitspielt?» Mitnichten ist die Antwort. Juho Lammikko hat recht, der erste Abschnitt ist eine solide Darbietung des ZSC-Ensemble, dass mit guter Einstellung in die Partie geht. Nach einer Viertelstunde sorgt Rudolfs Balcers mit seinem zweiten Saisontreffer auf Pass von Frödén für das 1:0. Doch im Mittelabschnitt ist vom spritzigen und gradlinigen ZSC kaum mehr was zu sehen. Die Checks werden nicht fertig gemacht, der schnörkellose Flow ist weg. Ajoie riecht den Braten und kommt durch Louis Robin nach einer knappen halben Stunde zum Ausgleich - verdient. Unstimmigkeiten in der Abwehr führen zum 1:1 der Jurassier.
Nötige Reaktion
Nach zwei gespielten Dritteln ist Claude Julien «not amused». Er setzt zu einer heissen Rede an in der Kabine und fordert von seinen Löwen, sich endlich an die Arbeit zu machen. Gesagt, getan. Die feurige Rede fruchtet und der Zett nimmt ab dem dritten Abschnitt das Zepter wieder in die eigenen Hände. Plötzlich sind die ZSC Lions wieder präsent vor dem HCA-Kasten und richtig unbequem unterwegs. Dann schlägt die Stunde von Chris Baltisberger. Der Züri-Bueb erzielt das hübsche 2:1 für seine Klubfarben und lässt sich zurecht von den Teamkollegen herzen. Der erste Saisontreffer von Chris tut dem Stürmer sichtlich gut. Auf der Uhr bleibt noch eine Viertelstunde, die mehrheitlich vom Zett dominiert wird. Nach einer tollen Einzelaktion von Simon Knak, kann Denis Malgin das Zuspiel vom Topscorer herrlich verwerten. Auch Malgin stempelt somit tortechnisch in die Saison ein. Doch Ajoie hat nur zwei Minuten später (Minute 58) noch eine Antwort parat und verkürzt durch Devos auf 2:3. Die werden doch nicht schon wieder eine Wende einläuten gegen die Lions... Nein, werden sie nicht. Der Zett hält dem Schlussdrang statt und kommt via Emptynetter von Nicolas Baechler als Sieger über die Ziellinie. Die drei Punkte sind im trockenen und der perfekte Saisonstart mit vier Siegen aus vier Spielen ebenso.
(Marko Filipovic, Pruntrut)
























