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Nora Harju: Power aus dem Zürcher Oberland

Nora Harju: Power aus dem Zürcher Oberland

Nora Harju stürmt seit acht Jahren für die Lions-Organisation. Die ehrgeizige 23-Jährige hat sich viel vorgenommen, sowohl auf dem Eis als auch im Beruf.

Wenn man den Werten glauben will, so ist sie 170 Zentimeter gross und 65 Kilogramm schwer. Nora Harju ist nicht beleidigt, wenn der Betrachter sie als robust einstuft. «Ich habe als Sportlerin keine Mühe mit diesen Attributen», schmunzelt die Schweizer Stürmerin. «Dass im Frauen-Eishockey nun auch gecheckt werden darf, kommt mir zugute.» Das hat auch mit ihrem Werdegang zu tun. In Wetzikon aufgewachsen, folgte sie ihrem jüngeren Bruder Joonas in die dortige Eishalle und fand früh gefallen am Eishockey. «Dazu kommt, dass ich finnische Vorfahren habe. Da hat man diese Sportart im Blut.» Weil es keine Mädchenteams gab, spielte Nora mit den Jungs bei Wetzikon und später auch eine Saison mit den Burschen in der U17 des SC Herisau. «Die Junioren machten mir keine Probleme. Im Gegenteil: Ich profitierte vom physischen Spiel.» Via den SCRJ Lakers Ladies schloss sich Harju zuerst den GCK Lions Frauen an und landete in der Saison 2020/21 beim ZSC in der höchsten Frauenliga. Mit Erfolg: Mit den Löwinnen wurde die Zürcher Oberländerin dreimal Schweizermeisterin und einmal Cupsiegerin.

 

Das Kompliment der Trainerin

Angela Taylor, die schottische Cheftrainerin der ZSC Lions, ist des Lobes voll über ihre Flügelstürmerin. «Nora hat gute Skills, ist mannschaftsdienlich und bringt die nötige gesunde Aggressivität und Physis ins Spiel. Sie ist schnell und kräftig, ihr Forechecking ist für uns von grossem Nutzen.» Harju kommt auch in der zweiten Powerplayformation zum Einsatz. «Nora kann taktische Dinge sofort umsetzen», fügt Taylor bei. Dann folgt für die Spielerin ein Kompliment, das bei angelsächsischen Trainern oder Trainerinnen eher selten ausgesprochen wird. «Es macht Spass, sie zu coachen.» Ein Punkt allerdings wünscht sich die Löwenbändigerin von ihr: «Punkto Selbstvertrauen hat sie noch Luft nach oben. Aber ich habe keine Zweifel, dass Nora mit mehr Trainings noch besser wird.» Auch dafür haben die Löwinnen in der Swiss Life Arena jetzt eine neue Homebase. «Genau. Ich bin überzeugt, dass wir Spielerinnen in Zukunft davon stark profitieren werden», erklärt die Doppelbürgerin. Obwohl sie schon recht gut schiesse, benutze sie den Schussraum oft.

Harju spielt gut fünf- bis sechsmal Eishockey pro Woche, daneben studiert sie an der Fachhochschule in Winterthur Physiotherapie. Dieses strenge Pensum bringt sie problemlos unter einen Hut. «Ich habe Fleiss und Disziplin im Eishockey gelernt. Und ich bin ehrgeizig.» Allerdings bleibt für weitere Hobbies kaum Zeit, vor allem während der Saison.

 

Zuerst gegen die Schwester, dann zusammen im Team

Ihre um ein Jahr jüngere Schwester Nina ist in die gleiche Sportart vernarrt und verteidigt seit der Saison 2023/24 für den EV Zug, dem gegenwärtigen Mass aller Dinge im Schweizer Frauen-Eishockey. «Wenn wir gegen die Zugerinnen spielen, bin ich besonders motiviert», lacht die ältere der beiden Harju-Schwestern. Beim letzten Z-Vergleich ging Nina beim 1:0-Sieg gegen Nora vor der Rekordkulisse in Altstetten als Gewinnerin vom Eis. Beide wohnen bei den Eltern unter einem Dach in Fällanden – da gibt es am Familientisch bestimmt einiges zu diskutieren und zu besprechen. «Neben dem Eis sind wir keine Rivalinnen», erklärt Nora Harju.

Im Februar waren die Harju-Schwestern, wie schon zuvor beim ZSC, wieder vereint. Das Duo kämpfte im Schweizer Prospect Women’s Team beim Sechs-Nationenturnier in Klagenfurt um sportliche Meriten. Danach ging es für Nora Harju und ihre Teamkolleginnen beim Zett ins Pre-Playoff gegen Fribourg-Gottéron.

 

Neue Führung bringt frischen Wind

Nora Harju will ihr Studium mit Bravour abschliessen und sportlich mit den Löwinnen wieder ganz an die Spitze zurückkehren. Die neuen Entwicklungen und verstärkten Bemühungen im hiesigen Frauen-Hockey befürwortet sie, es sei ein Schritt in die richtige Richtung. Dass mit Monika Waidacher (Head of Women’s Teams), Christine Meier (GM) und Coach Taylor ein neues Trio für die Geschicke der Zürcher Löwinnen verantwortlich ist, begrüsst die Stürmerin ebenfalls. «Die drei Frauen bringen Erfahrung und frischen Wind mit.» Über ihre Trainerin weiss Nora Harju: «Sie ist sehr engagiert und als Mensch schwer in Ordnung. Aber sie kann ‘tough’ sein, wenn wir nicht bei der Sache sind.» Kurz vor Spielbeginn zitiere Taylor in der Garderobe immer mit unüberhörbarem schottischem Akzent den Kultsatz «Mir sind Züri».a

Steckbrief

 

Geburtstag: 5. Januar 2003

Alter: 23-jährig

Geburtsort: Männedorf, aufgewachsen in Wetzikon

Wohnort: Fällanden
Nationalitäten: Schweiz & Finnland

Grösse: 170 cm

Gewicht: 65 kg

Position: Flügel

Studium: Physiotherapie im 6. Semester

Grösste Erfolge: Schweizermeisterin mit den ZSC Lions (2022, 2023, 2024), Cupsiegerin mit den ZSC Lions (2023)

Bei den Lions seit: 2018/19

Hobbys: Kreatives, Padel

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