Die Match-Uhr zeigt 48:28, die Lions in Unterzahl. Dean Kukan kommt über die blaue Linie, nimmt Mass, und es klingelt am Innenpfosten. 4:2. Es ist das zweite Zürcher Tor im Boxplay an diesem Nachmittag und es ist der Moment, in dem die Partie entschieden ist. Aber der Reihe nach. Denn nach zwanzig Minuten sieht es in der Bodensee-Arena noch ganz anders aus. Da führen die Schwenninger 2:1, und das nicht einmal unverdient. Wer am Freitag gesehen hat, wie die Wild Wings gegen TPS Turku aus einem 1:3 noch ein 3:3 machten, wundert sich nicht, dass das DEL-Team auch offensiv verzückt. 1'086 Fans sind nach Kreuzlingen gekommen, der Grossteil davon drückt den Gästen aus dem Schwarzwald die Daumen. Wer geglaubt hat, ein Spiel um Platz drei sei ein netter Nachmittagsausflug, wird an diesem Samstag aber eines Besseren belehrt. Claude Julien schont sechs Stammkräfte: Hrubec und Zumbühl im Tor, dazu Marti, Bader, Lammikko und Riedi. Lorin Grüter hütet das Tor, Denis Malgin und Sven Andrighetto kehren gegenüber dem Donnerstag ins Line-up zurück.
Zwei Nadelstiche
Yannick Weber bringt die Löwen bereits früh in Führung. Von halblinks zieht er ab, kurz nachdem eine Schwenninger Strafe abgelaufen ist. Danach übernimmt das Team aus der DEL. Austin Ortega trifft bei seinem Debüt im blau-weissen Trikot ins kurze Eck - aus eigentlich unmöglichem Winkel. Und kurz vor der Pause zeigen die Deutschen schönes Kombinationshockey, das sie zur erstmaligen Führung abschliessen. Sechs Sekunden vor der Sirene muss dann auch noch Weber auf die Strafbank. Nach der Pause folgt die erste Lektion in Zürcher Boxplay. Simon Knak fährt einen Konter und schliesst ab. 2:2 - gespielt erst wenige Sekunden im Mitteldrittel. Die Lions sind im Mittelabschnitt das bessere Team, bleiben aber immer wieder an Wolf im Tor der Wild Wings hängen. Nach dem Pausenpfiff zappelt die Scheibe noch einmal im Netz der Zürcher, die Sirene ist allerdings schon ertönt und der Treffer zählt nicht.
Bully. Goal.
Hinein in den Schlussabschnitt. Und da läuft einiges. Ein Schwenninger Fehler im Aufbau, Malgin krallt sich die Scheibe und verlädt Wolf im Eins-gegen-Eins eiskalt - 3:2. Wieder Führung ZSC. Dann der bereits erwähnte Treffer von Kukan via Innenpfosten zum 4:2. Kimo Gruber und Nicolas Baechler lassen kurz vor der Schlussphase die Vorentscheidung liegen, erneut ist Wolf im Weg. Und als zweieinhalb Minuten vor dem Ende der Arm des Referees erneut hochgeht und ein Deutscher auf die Strafbank muss, brauchen die Lions genau sieben Sekunden des Überzahlspiels: Bully, Malgin feuert die Scheibe aufs Tor, schiesst Knak regelrecht ab und es steht 5:2. Vier Sekunden vor Schluss gibt es noch ein Bully vor Grüter. Und tatsächlich treffen die Wild Wings erneut im Moment der Sirene. Diesmal zählt der Treffer. 5:3 - Endstand.
Unter dem Strich stehen zwei Boxplay-Treffer und ein Powerplaytor. Die Special Teams liefern also, was am Donnerstag gegen Lugano noch gefehlt hat. Ein verdienter Sieg und vor allem offensiv eine deutliche Steigerung. In einer Woche steht das nächste Testspiel gegen einen Vertreter aus der DEL an: Samstag, 29. August, in Zürich gegen die Adler Mannheim - und dann am 3. September erneut gegen die Wild Wings, dann aber nicht mehr am Bodensee, sondern im Löwenkäfig in Altstetten.
(Marco Diem, Kreuzlingen)
Erfolgreicher Abschluss am Bodensee Cup

Mit einem 5:3-Sieg gegen die Schwenninger Wild Wings holen sich die ZSC Lions am Bodensee Cup Platz drei. Zweimal treffen die Löwen im Boxplay, einmal im Powerplay.


Fotos: Giordan Diener
















