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Drama-Sieg in fünf Akten

Drama-Sieg in fünf Akten

Führung, Rückstand, Comeback, Ausgleich und Nachschlag. Die Zürcher erleben einen Abend mit vielen Facetten. Am Ende lacht das Zürcher Ensemble dank den bessern Qualitäten im Penaltyschiessen.

Headcoach Claude Julien hatte schon entspanntere Pausenansprachen als an diesem Freitagabend. In beiden Unterbrüchen gäbe es genügend, um seine Mannschaft zu kritisieren. Der Auftritt ist nicht wie sonst erfrischend, sondern nüchtern betrachtet eher magere Kost. Er sagt aber selbst, man muss Ambri Kredit geben. Die Leventiner machen einen super Job im Löwenkäfig. Sie sind hartnäckig, gradlinig und dem ZSC gefühlt immer einen Schritt voraus. Vor allem im ersten Abschnitt sprechen eigentlich alle Statistiken für die Biancoblu, nur das Resultat ist ausgeglichen. Und als der Zett dann in der zweiten Pause mit einem 1:2 in die Kabine muss, obwohl sie aufdrehen in den zweiten 20 Minuten, bahnt sich wohl oder übel eine mögliche zweite Saisonniederlage an. Um dem zu entgehen, reichen die einfachen Worte von Claude Julien in der zweiten Pause: «we have to do better» - wir müssen besser Spielen, einfach übersetzt.

An die Arbeit

Vorneweg: die ZSC Lions werden besser im dritten Abschnitt. Plötzlich sind sie da, plötzlich kombinieren sie sich zu guten Chancen. Kann ja auch nicht sein, dass man sich hier vor heimischem Publikum bodigen lässt. 158 Sekunden dauert es im letzten Drittel, bis die Scheibe im Netz von Senn zappelt. Chris Baltisberger mit guter Arbeit vor dem Torhüter (idealer Screen, Senn sieht nichts) und Juho Lammikko mit dem Traumschuss ins Tor. Macht in der Summe, und sogar im Powerplay, ein 2:2-Zwischenresultat. Nun wackelt die Ambri-Abwehr und muss richtig in die Hosen. Patrick Geering hat keine zwei Minuten später gar die Führung auf der Kelle. Ambri braucht etwa fünf Minuten, um sich zu rehabilitieren und Robin Zumbühl wieder aus der Komfortzone zu holen. Die 53. Minute ist gerade angebrochen und Malte Strömwall setzt zur Einzelaktion an. Er düst an allen vorbei und tankt sich vors Tor. Sein Schuss prallt ab und Malgin vergibt aus bester Position. Es ist zum Haare raufen. Verzweiflung beim ZSC? Mitnichten! Wieder ist es die Linie Knak-Malgin-Strömwall (Andrighetto leider verletzt ausgefallen) die für Showtime sorgt. Knak scheitert noch am Beinschoner, doch die Scheibe prallt an den heranbrausenden Malgin und dessen Fuss. Kurzer Videocheck der Schiedsrichter: good goal! Viel Jubel auf Seiten ZSC und das leider vergebens. Kurz vor Schluss gleicht Ambri noch im Powerplay aus und rettet sich in die Verlängerung.

Überzeit

Die Overtime ähnelt einem Fussballspiel, bei dem eine Mannschaft die Kugel ruhig hin und her spielt, während die andere Mannschaft nur locker verschiebt. Es dauert über zwei Minuten bis die ZSC Lions so richtig in Scheibenbesitz kommen. Malgin scheitert in Minute 64 dann noch unglücklich am weiten Pfosten. Kein Treffer also und somit Penaltyschiessen. Showdown im Löwenkäfig. Die Stimmung ist eigentlich elektrisierend, aber Nate Schnarr vom HCAP findet, die Eismeister hätten zu wenig gut das Eis gereinigt. So müssen die Herren auf dem Zamboni nochmals drüber, nur damit Schnarr im Endeffekt beim Anlauf trotzdem in der nicht gereinigten Zone rumkurvt. Für die Gäste trifft schliesslich nur Topscorer Jerväntie, während bei den Limmatstädtern Jesper Frödén und Denis Malgin versenken. Zumbi hält den letzten Biancoblu-Versuch und reckt jubelnd die Hände in die Höhe. Extrapunkt für die Lions und Tabellenführung ausgebaut. Morgen geht’s ans Eingemacht eim Derby in Kloten.

(Marko Filipovic)

Fotos: Media Team ZSC Lions, Berend Stettler & Melanie Duchene

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