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Derbysieg und süsse drei Punkte

Derbysieg und süsse drei Punkte

Die ZSC Lions krallen sich an Halloween drei süsse Punkte in der Flughafenstadt. Für Kloten gibt es trotz guter Leistung nur ein böses Erwachen. Der ZSC-Geist poltert in der SWISS Arena herum und sorgt weiterhin für Angst und Schrecken an der Tabellenspitze.

Claude Julien kann eigentlich denselben Notizzettel vom Vorabend nochmals aus der Brusttasche holen. Es scheint fast so, als würde die Nationalmannschaftspause genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Die Luft ist zwar nicht draussen, aber die Leichtigkeit aus vergangenen Spielen wird vermisst. Die ZSC Lions haben Mühe in Kloten, fast zu viel Mühe für die mitgereisten ZSC-Fans. Und es ist nicht so, als würde Kloten das gleiche Tempoeishockey zelebrieren wie Ambri am Freitagabend. Aber sie sind eklig, schnell auf den Beinen und schenken den Lions keinen Zentimeter Eis in der SWISS Arena. Warum auch? Lange Zeit wird ein Derby-Held gesucht. Und gefunden?

Viel Mühe

Das Trainerteam ist nicht zufrieden mit dem Gezeigten. «Das ist nicht unser Spiel», meint der Headcoach. Der Auftritt lässt wahrlich zu Wünschen übrig. Einsatz kann man der Mannschaft nicht vorwerfen, mitnichten. Aber wo ist der Spielwitz geblieben? Die Gradlinigkeit und das vorbildliche Forechecking waren heute auch nicht die Paradedisziplin der Limmatstädter. Aber vielleicht liegt es einfach nur daran, dass du als Tabellenletzter – wie es Kloten ist – schlichtweg alles reinhauen musst. Vor der Nati-Pause noch für Balsam für die Seele sorgen. Eher gegen den Spielverlauf hat Derek Grant nach einer knappen Viertelstunde für das 1:0 gesorgt. Er reagiert auf den Abpraller nach einem Schuss Schwendelers am schnellsten und düpiert Fadani im EHCK-Gehäuse. Im Mitteldrittel liegt die Partie in der Luft. Sie kann auf beide Seiten kippen, will aber nicht. Die Verteidigung um Simon Hrubec macht einen guten Job und verhindert einige der Kloten-Angriffe. Der ZSC selbst hat auch zwei, drei gute Möglichkeiten, um die Führung auszubauen. Aber um der Partie eine Prise Drama zu geben, geht es mit dem knappen 1:0 aus Zürcher Sicht in den letzten Akt der Partie.

Daily Business

Derbyheld gesucht? Gefunden! Und zwar die Mannschaft der ZSC Lions im Kollektiv. Sie übernehmen im letzten Drittel das Zepter und entscheiden sich je länger die Partie dauert, dafür, hier als Sieger vom Eis zu gehen. Am Ende kommt’s wie es fast schon kommen muss in dieser Saison: der Limmatblock und Anhang im Gästesektor tanzen vor Freude. Manche oben ohne, andere liegen sich in den Armen. Gemeinsam singen sie: «Derbysieger, Derbysieger, ey, ey!» Die entscheidende Szene gehört Dean Kukan. Er zwirbelt die Scheibe mit viel Überblick an Fadani vorbei. Herrlicher Slapshot übrigens. Die Kirsche auf die Torte setzen dann Simon Knak und erneut Derek Grant. Beide treffen ins leere Tor und in die Herzen der EHC-Fans. Apropos, heute ist ja Halloween. Ganz nach dem Motto: «Süsses sonst gibt’s Saures», haben sich die Zürcher in Kloten drei Punkte geholt. Die schmecken ja bekanntlich am besten.

(Marko Filipovic, Kloten)

Fotos: Media Team ZSC Lions, Marko Filipovic

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