Derbysieger, Derbysieger, ey ey! Der Limmatblock springt wie wild vor Freude, während das Löwenrudel sich zur La-o-La-Welle vorbereitet. Es ist der perfekte Abschluss, nach einer erneut perfekten Spielwoche der Limmatstädter. Sie gewinnen unter dem neuen Headcoach Claude Julien auch die sechste Partie in Folge und grüsst weiterhin von der Tabellenspitze. Die Momentaufnahme ist hübsch und darf besonders nach einem Derbysieg gegen den EHC Kloten gefeiert werden. Vor ausverkauftem Haus haben sich die Flughafenstädter zwar teuer verkauft, aber für eine kleinen Überraschung hat es für Michael Liniger und seine Klotener nicht gereicht. Die ZSC-Weste bleibt vorerst makellos.
Immer das eine Drittel
Nein, laut wird das Trainer-Trio heute in der Kabine nicht. Denn die Zürcher machen über 60 Minuten einen sehr soliden Job. Viel verkehrt ist da nicht, es geht mehr um taktische Justierungen als um schlechte Umsetzung. Vor der Partie darf sich der Trainer im Interview beweisen. Ihm sei schon klar übermittelt worden, wie wichtig diese Partie für die Fans ist. Und genau diese Einstellung bringen seine Herren heute ebenfalls zum Vorschein. Aber der ZSC wäre nicht der ZSC, wenn er in dieser Saison nicht ein eher mittelmässigeres Drittel praktizieren würde. Heute gegen Kloten ist es das Startdrittel. Die Fans fordern mit einer riesigen Choreo «Knalleds Weg». Und ja es knallt, nämlich schon nach 86 Sekunden - leider im Kasten von Simon Hrubec. «Knallt» ist vielleicht das falsche Wort, doch der Gegentreffer schmerzt trotzdem. Im Gewühl können die Zürcher die Scheibe nicht von der Linie kratzen und beordern den Hartgummi irgendwie ins eigene Tor. Slapstick! Auch sonst ist es kein Sahnestart ins Spiel, aber je länger das Drittel dauert, um so dominanter werden sie. Das Tor liegt praktisch in der Luft.
Wieder eine Drittel-Triplette
Derby-Hero gesucht? In Persona Chris Baltisberger gefunden. Das Zürcher Ur-Gestein zählt längst zum Inventar. Kadermässig sowie auch was Tore im Slot anbelangt. Lehtonen schiesst, Baltisberger lenkt ab und schon knallt's im Kasten von Reto Berra. Gespielt sind 27 Minuten und Baltisberger schreit sich vor Freude die Seele aus dem Leibe. Es soll die Initialzündung für die grosse Wende werden. Nur 46 Sekunden später steht Jesper Frödén, der Mann für die wichtigen Tore beim ZSC, goldrichtig. Er versenkt zum 2:1 und lässt Berra erneut keine Chance. Von nun an drücken die Lions vehement und Kloten bekommt zu spüren, mit welcher Wucht der Zett dieses Jahr antreten kann. Kurzes Aufatmen gibts dennoch bei den Lions, als die Gäste an der Torumrandung scheitern. Damit das ZSC-Publikum wieder auf Touren kommt, sorgt Denis Malgin höchstpersönlich. Er tanzt sich durch die halbe Gästemannschaft, guckt kurz auf und serviert den Puck pfannenfertig auf die Kelle von Sven Andrighetto. Der läuft spitz und überrumpelt aus kürzester Nähe Berra zum dritten Mal. Kloten erholt sich davon erst spät und kann knapp zehn Minuten vor Schluss durch Puhakka zwar noch verkürzen, aber nicht egalisieren. So rennt die Zeit den Flughafenstädtern davon, die sich nun zum vierten Mal in Folge geschlagen geben müssen. Der Tabellenkeller grüsst vorerst, während die Lions am Dienstag den «perfekten September» anstreben können.
(Marko Filipovic)























