Was für eine Rückkehr für Simon Knak an alte Wirkungsstätte. Der Neuzugang der ZSC Lions kehrte am Samstagabend dahin zurück, wo er im letzten Jahr noch den Final bestritt und zuvor als Publikumsliebling galt. Die Fangesänge waren aber an diesem Abend weniger von der netten Sorte und vielleicht doch ein wenig motivierend für Knak & Co. Ganz nach dem Motto: jetzt erst Recht. Denn noch vor der Partie, während das Lineup der Zürcher vom Stadionspeaker vorgelesen wird, werden die Limmatstädter mit eher unschönen Wörtern beschimpft. Es ist so laut, dass es man in der absoluten stillen ZSC-Kabine, jedes Wort hört. Die Löwen können dabei nur schmunzeln und zeigen daraufhin die Antwort auf dem Eis.
From Zero to Hero
Wir springen sofort in die fünfte Minute und es geht direkt weiter mit Simon Knak. Der Powerflügel geht an der Bande gegen einen seiner Ex-Kollegen zu hart ran und bugsiert diesen direkt in die Bande. Wer dachte es war vorher schon laut, der wurde sofort eines besseren belehrt. Die Schiedsrichter schauen sich die Szene an und Zürichs Nummer 36 muss gar mit einer vorzeitigen Dusche rechnen. Doch sie zeigen Gnade, schicken ihn fünf Minuten in die Kühlbox und lassen ihn dort für diesen Zeitraum leiden. Nun also Boxplay! Justin Sigrist meinte am Vorabend noch gegenüber dem Lions TV, dass im Penalty-Killing einiges besser werden muss. Gegen die SCRJ Lakers war es nicht die Paradedisziplin. Und siehe da, die Sekunden und Minuten verstreichen und Davos findet kein Mittel Hrubec zu bezwingen. So gehört die Show nicht den Special Teams des HC Davos, sondern fünf Minuten später Reizfigur SImon Knak. Nach einer herrlichen Tic-Tac-Toe-Aktion erzielt er auf Vorarbeit von Andrighetto und Malgin das 1:0 für den Zett (15'). Was für eine Antwort und ein weiteres Pfeifkonzert geht los. Während die stark aufspielenden Davoser noch leicht unter Schock stehen, zappelt in Minute 17 der Hartgummi wieder im Netz des HCD. Sven Andrighetto fasst sich ein Herz und zimmert ihn in den rechten oberen Winkel. 2:0 also zur ersten Pause.
Zürcher Schlussfurioso
Der Mittelabschnitt gestaltet sich für die Lions schwierig. Es ist die klar beste Phase der Hausherren, die einige gute Chancen liegen lassen. Entweder scheitern sie an Hrubec oder an sich selbst. Als Patrick Geering vier Minuten auf die Strafbank muss, öffnet sich erneut das Tor für den HCD, irgendwie zurück ins Spiel zu finden. Aber auch hier mauern sich die Lions zu und lassen keinen Gegentreffer zu. Das Frust-Level bei den Hausherren steigt fortan und die Kräfte scheinen zu schwinden. Es macht sich Verzweiflung breit beim Vize-Meister. Der Genickbruch für die Davoser passiert zwischen Minute 43 und 47. Ein erneuter Doppelschlag, diesmal durch Strömwall und Riedi, sorgt für klare Verhältnisse und ein komfortables 4:0. Dass sie später einen Shorthander durch Zadina kassieren bleibt Randnotiz. Die schönere Nachricht ist der Schlusspunkt von Kimo Gruber, der vier Minuten vor dem Ende das 5:1 erzielt. Breites Grinsen bei den Zürchern, viel Frust bei Egli, Lemieux und Co. Nun heisst es drei Mal schlafen und es kommt zum nächsten Klassiker - dann in der Zürcher Swiss Life Arena.
(Marko Filipovic)























