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ZSC Lions Frauen mit erstem Heimsieg

ZSC Lions Frauen mit erstem Heimsieg

65 Spielminuten und 14 Penalties: Die ZSC Lions Frauen setzen sich gegen die Davos Ladies mit 4:3 nach Penaltyschiessen durch und feiern ihren ersten Heimsieg.

Manchmal braucht es einen eisernen Willen und ein Quäntchen Glück, um ein Spiel, das praktisch über 60 Minuten ausgeglichen verläuft, zu seinen Gunsten zu entscheiden. Die Zürcherinnen und die Bündnerinnen lieferten sich eine Partie auf Augenhöhe, in der das Momentum mehrfach auf die eine oder andere Seite zu kippen schien.

 

Doch dem 1:0 durch Chloé Aurard-Bushee folgte knapp fünf Minuten später der Davoser Ausgleich. Noch einmal fünf Minuten später nutzten die Bündnerinnen die erste von fünf Strafen gegen die Zürcherinnen zur Führung. Vorteil Davos nach einem Drittel? Nein, denn nach nur 50 Sekunden im Mittelabschnitt glichen die Zürcherinnen wieder aus. Der Status quo in der Momentum-Frage war wiederhergestellt.

Es gelang in der Folge keinem der beiden Teams, aus den vielen Chancen, Abprallern und heissen Szenen vor beiden Toren Profit zu schlagen. Es brauchte einen abgelenkten «Hammer» aus der Distanz zur erneuten Führung der Bündnerinnen. Und diesmal schien das Pendel wirklich zugunsten der Davoserinnen auszuschlagen. Die ZSC Lions Frauen überstanden jedoch weitere sechs Strafminuten und erspielten sich ihrerseits mehrere erstklassige Möglichkeiten, konnten diese aber nicht verwerten. Je näher die Schlusssirene kam, desto wahrscheinlicher wurde ein Davoser Sieg. Die Zürcherinnen taten zwar alles für den Ausgleich, doch keiner ihrer zahlreichen Abschlüsse fand den Weg ins Tor. Bis 73 Sekunden vor Schluss: Nach einem gewonnenen Bully und mit einer zusätzlichen Feldspielerin kam die Scheibe zu Nora Harju, die mit einem «Alles-oder-Nichts-Schuss» den Ausgleich erzielte und die Zürcherinnen in die Verlängerung rettete. Die Overtime brachte trotz einer Davoser Strafe und einiger heisser Szenen keine Entscheidung.

Es passte zu diesem ausgeglichenen Spiel zweier Teams mit Playoff-Ambitionen, dass auch das Penaltyschiessen erst spät entschieden wurde: Chloé Aurard-Bushee verwandelte den 13. Strafstoss. Die Davoserin scheiterte – und damit sicherten sich die ZSC Lions Frauen den Zusatzpunkt. Damit liegen sie in der Tabelle nach wie vor auf einem Pre-Playoff-Platz. Der Rückstand auf das Spitzenquartett beträgt allerdings bereits vier bis sieben Punkte.

Am Samstag geht’s zu Hause gegen Lausanne

 

Das nächste Heimspiel der Zürcherinnen folgt bereits am Samstag um 13:15 Uhr in der Swiss Life Arena. Gegner wird Aufsteiger Lausanne Féminin sein. Die Waadtländerinnen, die sich letzte Saison den SWHL B-Meistertitel und den Aufstieg in die Women's League dank einer beeindruckenden Finalserie gegen die Brandis Ladies erkämpft haben, sind trotz 13 Zuzügen noch nicht richtig in der neuen Liga angekommen. Vier Spiele, vier Niederlagen (Torverhältnis 7:21) sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen den schwierigen Saisonstart. Allerdings hatten die Lausannerinnen mit Zug, Davos, Bern und Fribourg-Gottéron auch kein einfaches Startprogramm.

 

Gemäss Klubwebsite stehen insgesamt zehn Ausländerinnen im Kader der Waadtländerinnen. Drei davon (Maija Otamo, Héloise Fournier und Ludmilla Bourcet) spielen mit einer Schweizer Lizenz. Mindestens sechs Ausländerinnen stehen Aufstiegstrainer Mathieu Echenard in jeder Partie zur Verfügung. Die ebenfalls aufgeführte Jana Poirrier (bisher Fribourg-Gottéron/Zunzgen-Sissach) spielt in der SWHL B für die Brandis Ladies. Einen Stammplatz haben bisher die Kanadierin Maya Labad (PWHL-Meisterin mit Montréal Victoire), die neue Kapitänin Clara Rozier und überraschenderweise auch Jessika Boulanger (Ex-Langenthal). Das Trio führt mit vier Punkten (Rozier) respektive drei Punkten (Boulanger, Labad) auch die interne Skorerliste an. Die Französin Lisa Cédelle (bereits in der SWHL B dabei) kam auf drei Einsätze, die beiden neu verpflichteten Französinnen Lucie Turcotte und Julia Mesplède hingegen auf je nur ein Spiel. Das Gleiche gilt für Ex-SCB-Stürmerin Maija Otamo, die als Führungsspielerin verpflichtet wurde.

 

 

Die Transferbilanz von Lausanne

 

Trainer: Mathieu Echenard (SUI, bisher)

 

Ausländerinnen (7+1*): Maya Labad (CAN, neu), Clara Rozier (FRA, neu), Maija Otamo* (FIN, neu), Julia Mesplède (FRA, neu), Lucie Turcotte (FRA, neu), Jessika Boulanger (CAN, neu), Jana Poirrier (Zunzgen-Sissach/Fribourg-Gottéron, neu), Lisa Cédelle (FRA, bisher)

 

Zuzüge (13): Maya Labad (Montreal Victoire/PWHL),Julia Mesplède (University of Vermont/NCAA/USA), Lucie Turcotte (Stonehill College NCAA/USA), Clara Rozier,Maija Otamo (beide SCB), Jessika Boulanger (Langenthal), Jade Surdez, Cassandra Rensch (beide Gottéron),Lara Anthamatten, Laura Desboeufs (beide Ambri), Samira Besson (GCK Lions), Jana Poirrier (Zunzgen-Sissach/Gottéron), Selina Beer (Bassersdorf/Langenthal)

 

Abgänge (9): Natalie Musilova (Timra/SWE),Angelina Massot (Worb),Gaëlle Bourquin, Martina Capezzali, Amelia Perzoff, Alexandra Despont, Nerea Gimenez, Soraya Reynaud, Alissia Waeber (Verbleib unbekannt)

 

*Lizenz-Schweizerin

 

Fotos: Media Team ZSC Lions, Selina Seiler.

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