Luca und Edson, Ihr seid beide neu als Trainer dabei. Was hat Euch in den ersten Wochen am meisten überrascht?
Edson Harlacher: Für mich ist es der administrative Aufwand. Ich war überrascht, wie viel neben den Trainings im Hintergrund läuft. Mein Wechsel von der Privatwirtschaft ins Trainerbusiness erfolgte sehr kurzfristig. Jetzt muss ich die administrativen Aufgaben zusammen mit meinem Assistenten Jürg Künzler möglichst schnell aufholen.
Luca Cunti: Was ich anfangs lustig und gleichzeitig schwierig fand, war, mir die Namen der Kinder zu merken. Es sind über 90 Kinder und deren Eltern, die man kennen muss. Man möchte sie natürlich beim Namen nennen können. Dazu kommt, dass du Trainings vorbereiten und gestalten musst für drei verschiedene Jahrgänge. Gewisse Übungen funktionieren bei der einen Gruppe, bei der anderen aber noch nicht. Du musst spontan Anpassungen machen können. Das ist spannend, aber auch herausfordernd.
Stephan Olbrecht: Deshalb schreibe ich die Helme vorne mit dem Vornamen der neuen Spieler an. Das hilft. (Lacht.) Ich habe selbst auch einmal so einen Schnellstart erlebt, als ich kurzfristig eine Mannschaft übernommen habe: 40 Kinder in der Turnhalle und du sagst einmal: «Hey, du!» Und alle schauen dich an. Ich habe dann einfach gesagt: Wenn ihr mit mir im Gespräch seid, sagt immer gleich euren Namen. So konnte ich sie mir merken. Aber das ist ein ganz normaler Prozess, der länger dauert.
Was macht für Euch einen guten Nachwuchstrainer aus?
Luca Cunti: Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was für ein Trainer ich sein möchte. Für mich ist es wichtig, authentisch zu sein und meine Leidenschaft weiterzugeben. Ein guter Trainer gestaltet seine Übungen einfach und klar für die Spieler und den Staff und sieht gleichzeitig, wo sich die Kinder verbessern können. Und er nimmt sich die Zeit, diese Punkte mit den Spielern anzuschauen.
Patrick Strasser: Ich schliesse mich Luca an. Ein Trainer sollte sich nicht nur auf das Organisatorische fokussieren, sondern primär auf den Inhalt. Wir wollen den Spielern helfen, sich auf dem Eis zu verbessern. Es soll nicht nur für die Eltern auf der Tribüne gut aussehen. Ich frage mich immer: Was kann ich den Spielern mitgeben, damit sie mit 20 Jahren einen möglichst gut gefüllten Eishockey-Rucksack haben? Man darf sich nicht von Emotionen und Resultaten leiten lassen, sondern muss das grosse Ganze sehen und das Puzzle Stück für Stück zusammensetzen.
Edson Harlacher: Genau das habe ich letztes Jahr als Assistenztrainer von Patrick mitgenommen. Man kann und muss manchmal das Resultatdenken auf die Seite legen. Natürlich will man erfolgreich sein und den Spielern die Winner-Mentalität mitgeben. Aber hauptsächlich geht es darum, die Spieler besser zu machen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.
Was ist das Schönste an diesem Beruf?
Stephan Olbrecht: Die Arbeit mit den Jugendlichen. Gerade auf meiner Stufe, wenn die Kinder als kleine «Pfüderis» kommen und du ihre Entwicklung siehst. Du siehst Fortschritte teilweise von Woche zu Woche. Wir können etwas weitergeben, was wir selbst als Kinder erlebt haben. Das ist spannend und macht Spass.
Patrick Strasser: Mit unserer Leidenschaft zum Eishockey können wir hier etwas entwickeln und die Spieler auf ihrem Weg zu ihren Zielen begleiten. Deshalb machen wir das.
Stephan Olbrecht: Wir sind alle mit Hockey aufgewachsen. Bei manchen war es über die Väter, bei anderen eher Zufall. Irgendwann kommt jemand und sagt: «Du könntest uns doch ein bisschen helfen. Hättest du Interesse?» So wächst man hinein. Die finanzielle Seite ist dabei nie entscheidend. Es geht um die Leidenschaft und auch um das Netzwerk. Du kennst irgendwann hockeyverrückte Menschen in der ganzen Schweiz. Das ist grossartig.
Wie sieht es nun mit der Vorfreude auf die neue Saison aus?
Luca Cunti: Es ist nicht das gleiche Gefühl wie als Profi, als man den Saisonstart kaum abwarten konnte. Ich freue mich vor allem auf die regelmässigen Eis- und Trockentrainings. Dann kann ich gezielter arbeiten und besser planen.
Edson Harlacher: Ich bin gespannt auf das Trainingslager. Dort darf ich die Jungs einmal näher kennenlernen. Die erste richtige Saison als Trainer wird sicher eine Challenge. Ich freue mich aber darauf, diese zu erleben.
Stephan Olbrecht: Für mich besteht die Saison viel mehr aus verschiedenen Phasen als nur der Meisterschaft. Eine gute Planung ist deshalb für mich das A und O, damit man auf Veränderungen reagieren kann.
Patrick Strasser: Natürlich ist immer noch ein Kribbeln vorhanden, auch wenn das nicht «Olbis» und meine erste Saison sein wird.
Patrick, hast Du noch einen Tipp an die beiden Neulinge?
Patrick Strasser: Seid authentisch, mutig und probiert Dinge aus. Ihr merkt schnell, was funktioniert und was nicht. Dann könnt Ihr Euch überlegen, was Ihr anpassen wollt und Euch so weiterentwickeln.






















