Vor dem Tor auf Betriebstemperatur
HC Ambri-Piotta - ZSC Lions 0:4 (0:1/0:2/0:1)
Im bitterkalten Ambri geben sich die ZSC Lions keine Blösse, weil sie ihre wenigen Chancen eiskalt ausnutzen.
Minus zehn Grad und starke Windböen empfangen den Stadtklub bei seiner Ankunft in der Valascia. Drinnen tun sich die beiden Teams später dementsprechend schwer. Auch der Zett, obwohl er extra eine Heizung für die Spielerbank mit im Gepäck hat. Auffällig sind die steifen Bewegungen der Spieler - die Muskeln scheinen förmlich eingefroren. Nein, ästhetisch geht es heute wirklich nicht zu und her in der Leventina. Da der ZSC aber immerhin vor dem Tor auf Betriebstemperatur kommt, sichert er sich drei weitere Punkte. Die wenigen Gelegenheiten, die sich den Lions bieten, nützen sie eiskalt aus.
Der Topskorer im Powerplay und Boxplay
Symbolisch für die Kaltblütigkeit ist das 0:3 durch Tambellini, welches die Gäste mit einem Mann weniger erzielen. Der Zürcher Topskorer entflieht nach einem Puckverlust Ambris und bleibt vor Goalie Bäumle cool. Auch der erste Treffer der Löwen wiederspiegelt das Gezeigte gut. Cunti bringt den Puck in Überzahl aufs respektive neben das Tor, dort stochert Gelbhelm Tambellini die Scheibe irgendwie über die Linie. Box- und Powerplay-Formation erledigen ihren Job mit Erfolg. Schön herausgespielt ist das 0:2 bei Gleichzahl: Schommer setzt sich hinter dem Kasten der Tessiner durch und spielt Seger an, der weit aufrückt und nur noch den Stock hinhalten muss. Den Schlusspunkt markiert Bärtschi, nachdem Bäumle sein Tor bereits zum dritten Mal verlässt.
Auf Play-off Kurs
Lukas Flüeler kommt auf der Gegenseite zum dritten Shutout der laufenden Saison. So wenig wie heute musste der Keeper wohl noch selten dafür tun. Nur im Mitteldrittel verzeichnet das von wichtigen Absenzen geplagte Ambri eine Druckphase und sorgt für Gefahr. Flüeler agiert dort aber stilsicher und verhindert, dass sich diese Partie doch noch in eine andere Richtung entwickelt. So aber ändert sich am achten Sieg der ZSC Lions aus den letzten elf Spielen nichts mehr. "Wir wollen Teil der Play-off sein", streicht Hartley die Wichtigkeit des heutigen Erfolgs heraus. Bei acht Zählern Vorsprung und einem Spiel weniger gegenüber Genf wird dies sechs Runden vor dem Ende der Qualifikation immer realistischer. In der Natipause nächste Woche soll die Hartley-Equipe den letzten Schliff erhalten, bevor sie das Finish am 14. Februar zu Hause gegen Tabellennachbar Lugano in Angriff nimmt. Dann wird sicher auch Ari Sulander den Aufforderungen der Fans Folge leisten, sich zu zeigen und feiern zu lassen.
(Sandro Frei, Ambri)

































