Matchbericht

Verrückte ZSC-Wende in Genf!

23.12.2011

HC Genf-Servette - ZSC Lions 3:4 n.P. (1:0/1:1/1:2/0:1)

Die unerfreuliche Serie der ZSC Lions, die seit dem Play-off Final im 2008 nie mehr in Genf gewinnen konnten, nimmt mit diesem 4:3-Erfolg nach Penalty ein Ende. Mit dem heutigen Sieg, den der Zett dank des späten Ausgleichs in doppelter Unterzahl (!) durch Seger und schliesslich im Shootout bewerkstelligt, verbringt der Stadtklub Weihnachten und Neujahr nun immerhin mit sechs Punkten Vorsprung auf den Strich.

Die Lage ist kurz vor Ende eigentlich aussichtslos: Der Zett liegt mit 3:2 im Hintertreffen, dazu sitzen Ambühl und Cunti in der Kühlbox. Statt das Resultat ruhig nach Hause zu bringen, läuft Servette aber in einen fatalen Konter. Tambellini zieht los, und Seger schiebt den Puck nach dem Querpass 88 Sekunden vor Schluss über die Linie. Ausgerechnet der Captain rettet die Lions im so wichtigen Spiel mit seinem ersten Saisontreffer. Später vollenden Pittis, Ambühl und Tambellini im Penaltyschiessen die Aufholjagd, die Bastl nach 48 Minuten beim Stand von 3:1 einläutet. Der Zett entführt damit zwei Punkte aus der Calvinstadt. "Jetzt kassieren die tatsächlich so ein Tor mit zwei Spielern mehr auf dem Eis. Das habe ich noch nie erlebt", sagt Cyrill Bühler später im Car noch immer etwas ungläubig.


Kampfbetontes Mitteldrittel

Der Bedeutung dieses 6-Punkte-Duells am gerechtesten wird davor der zweite Abschnitt, als sich Servette und die Lions zeitweise einen sehr intensiven Kampf ohne Rücksicht auf Verluste liefern. Dort verpasst es der ZSC auch, die Partie früher in die richtige Richtung zu lenken. Nachdem Tambellini das 1:0 von Mercier ausgleicht (22') und Flüeler einen Penalty gegen Savary pariert (27'), bietet sich dem Zett nämlich wenig später die Grosschance, selber in Führung zu gehen. In der doppelten Überzahlsituation während 95 Sekunden fehlt vor allem dem Zürcher-Topskorer zwei Mal das nötige Wettkampfglück, sodass die Strafen ungenutzt verstreichen.


Der doppelte Pothier

Anderes Bild bei den Powerplays der Genfer: Ein Pothier-Knaller fünf Minuten vor der zweiten Sirene beschert den Adlern zuerst den erneuten Vorsprung. Flüeler ist beim Schuss kurz die Sicht verdeckt. Erneut Pothier in Überzahl sorgt 45 Sekunden nach der Pause für das 3:1. Diesmal profitiert er von einem Gewühl vor dem ZSC-Goalie. Die Entscheidung ist dies allerdings nicht. Dank dem unermüdlichen Einsatz und den Toren durch Bastl und Seger kehren die Löwen überraschend, aber nicht unverdient in einen verrückten Match zurück, den sie am Ende noch gewinnen. Jetzt kann Weihnachten kommen.

(Sandro Frei, Genf)

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