Niederlage nach dramatischem Finish
ZSC Lions - HC Ambri-Piotta 2:3 n.P. (0:1/2:0/0:1/0:1)
Im Spiel, das unter dem Motto „Blau-Weiss-Rote“ Weihnachten abgehalten wird, gibt es für die ZSC Lions keine Geschenke. Nach einer dramatischen Schlussphase verliert der Zett gegen Ambri schliesslich im Penaltyschiessen.
9’182 Zuschauer kommen im gut gefüllten Hallenstadion erst gegen Ende der Partie auf ihre Kosten. Zwar gibt der ZSC dann das Spiel aus der Hand, in puncto Dramatik ist die Begegnung aber kaum zu überbieten. Beim Stand von 2:1 schrammt das Heimteam gleich mehrere Male nur knapp an der Entscheidung vorbei. Bastl, Kenins und Pittis etwa scheitern nach 56 Minuten im Sekundentakt an Goalie Schaefer. Bastl trifft unter anderem nur den Pfosten. Als das Gehäuse der Leventiner ab 57:41 leer steht, reüssieren die Lions ebenfalls nicht. Statt zu schiessen bevorzugt beispielsweise Down den Querpass zu Pittis, welcher prompt nicht ankommt. Darum müssen die Stadtzürcher bis zum Schluss zittern. Ambris Walker macht dann einen schmerzhaften Strich durch die ZSC-Rechnung. Aus spitzem Winkel drischt er den Puck via Flüelers Körper ins Tor – auf der Matchuhr verbleiben zwei mickrige Sekunden.
„Alles Menschen auf dem Eis“
Der späte Ausgleich fällt im Powerplay. Geering wird kurz davor in die Kühlbox verbannt, weil er den Puck zu lange in der Hand hält, nachdem er ihn runterpflückt. So das Urteil des Schiedsrichters. Es ist ein kleinliches Verdikt. Doch das lässt Bob Hartley kalt. „Es sind alles Menschen auf dem Eis, die ihre Entscheidungen treffen“, nimmt er den Ref nahezu in Schutz. Sowieso habe er die Szene nicht gesehen. Das Publikum auf jeden Fall kommt in den Genuss einer Verlängerung und später eines Penaltyschiessens, das es wiederum in sich hat. Zuerst gehen auf beiden Seiten fünf Schützen leer aus, dann skort Perrault zwei Mal elegant für die Biancoblu. Tambellini kann nur einen Versuch lang mithalten. „Ich hätte dem tollen Publikum gerne einen Sieg geschenkt“, trauert der Coach der Löwen dem bitteren Ausgang nach. Die Niederlage muss sich der Stadtklub in erster Linie selber zuschreiben.
Den Deckel nicht zugemacht
Vor dem aufwühlenden Finish kommt der ZSC gegen Ambri nämlich nur schwer auf Touren. Im ersten Abschnitt verzeichnen die Gäste die gefährlicheren Aktionen und führen dank eines Tores von Walker verdient mit 1:0. Im Mitteldrittel kämpft sich die Hartley-Equipe aber förmlich ins Spiel zurück: Cunti und Tambellini sorgen innert 13 Minuten für die Wende. Zusammen mit dem Bambini-Auftritt in der ersten Pause bleiben dies allerdings die raren Highlights. Die Lions vermögen den Deckel im letzten Abschnitt nicht zuzumachen, weil lange zu wenig passiert und sie gegen den Schluss die Chancen nicht nützen. „Heute wurde um jeden Zentimeter gefightet“, spricht Bob Hartley später von einem ausgeglichenen Duell. Demnach ist der Ausgleich der Leventiner in extremis nicht unverdient. Und er liefert auch das zuvor vermisste Spektakel.
(Sandro Frei)


































