Grosser Aufwand, null Ertrag
SC Bern - ZSC Lions 3:2 (1:0/2:1/0:1)
Obwohl die ZSC Lions das Spiel in Bern über weite Strecken dominieren, verlassen sie die Hauptstadt mit leeren Händen. Einmal mehr wird der grosse Aufwand nicht belohnt.
Als Andres Ambühl kurz nach Beginn des Schlussdrittels ein Stock ins Gesicht erhält und an der Lippe blutet, scheint ihn das nicht zu kümmern. Im folgenden Powerplay steht er bereits wieder auf dem Eis, später lässt er sich vor lauter Ungeduld nur ungern pflegen. Es ist offensichtlich, dass Ambühl spielen und seinem Team helfen will. Helfen, den 3:1 Rückstand wettzumachen, welchen sich der ZSC in den ersten 40 Minuten unglücklich eingehandelt hat. Prompt bringt der Flügel persönlich die Lions sieben Minuten vor Schluss heran. Einen Pass von Tambellini verwertet Ambühl backhand zwischen Bührers Beinen hindurch zum 3:2. Zu mehr reicht es leider nicht mehr, Pittis und kurz vor dem Ende Monnet bringen die Scheibe nicht im Tor unter. Die Löwen gehen leer aus.
Sofort in Rückstand
"Ich hasse das Resultat, mag aber, was ich von meiner Mannschaft zu sehen bekam", resümiert Coach Hartley danach. Er hat insofern recht, dass Einsatz und Wille stimmen. Auch die Präsenz vor dem gegnerischen Gehäuse ist gross. Aus dem enormen Aufwand und total 34 Schüssen (SCB 23) resultieren aber nur zwei Tore. Der letzte Zwick fehlt. Kommt dazu, dass die Gäste praktisch ab dem ersten Bully einem Rückstand nachrennen müssen. Flüelers Unachtsamkeit hinter dem Tor nutzt Dumont davor zum 1:0 nach nur 25 Sekunden. "Luki ist jung, er wird daraus lernen", meint Hartley zum Missgeschick. Folgend wird der ZSC in seinen offensiven Bestrebungen weiter zurückgeworfen. Auf das 2:0 von Vermin - ein Konter - folgt zwar die prompte Antwort durch McCarthy, dann trifft aber wieder Bern. Das 3:1 kommt, wie auch schon die vorherigen Treffer der Mutzen, völlig überraschend und entgegen dem Spielverlauf zu Stand. Vor allem im ersten Abschnitt schrammen die Stadtzürcher paar Mal nur knapp an einem Torerfolg vorbei. Im Gegensatz zu den Löwen hat die an und für sich harmlose Heimmannschaft das Glück auf ihrer Seite.
Gegen die Tigers in der Pflicht
Dass die ZSC Lions nicht belohnt würden, diese Aussage tätigte Hartley im Anschluss an die heutige Partie nicht zum ersten Mal. Der Kanadier weiss aber genau, dass der Klub Punkte braucht. Und zwar jetzt, denn die Situation um den Strich wurde mit dem Ergebnis von Bern nicht besser. Der morgige Match gegen Langnau avanciert deshalb zur Pflichtaufgabe. Egal, wie der Zett zu seinem Glück finden will: Alles andere als drei Punkte sind verboten!
(Sandro Frei, Bern)

































