Matchbericht

Die neue Kaltblütigkeit des ZSC

06.12.2011

SCL Tigers - ZSC Lions 0:6 (0:3/0:1/0:2)

Obwohl die ZSC Lions im Startdrittel von den SCL Tigers am meisten gefordert werden, legen sie dort den Grundstein für den zweiten Auswärtssieg in Folge. In den Genuss dieser Premiere kommen die Zürcher, weil ihre Aktionen Hand und Fuss haben.

Wenn sich die Zuschauer in der Ilfis nach 20 Minuten über das Alternativprogramm "Beiz statt Stadion" unterhalten, dann verheisst das nichts Gutes für die SCL Tigers. So geschehen heute, als der ZSC mit einer komfortablen 3:0 Führung in die erste Pause verschwindet. Die Frustration, die sich im Stadion der Emmentaler unter den Heimfans verbreitet, ist verständlich. Denn während die Löwen erneut eine (vor dem Lugano-Spiel nicht da gewesene) Kaltblütigkeit an den Tag legen, vergeben die Tiger ihre Möglichkeiten kläglich. Monnet, der sich mittels Raketen-Sprint in Position bringt, Bärtschi per Ablenker und eine Einzelaktion Cuntis stehen am Ursprung der drei Zürcher-Treffer. "Ich hoffe, dass es jetzt aufwärts geht mit mir", sagt Game-Winner-Schütze Monnet nach der Partie. Langnau, das nach dem 0:1 die Zügel in die Hand nimmt, stellt sich zwar einige Male bedrohlich rund um den Kasten der Gäste auf, erstarrt davor allerdings ob den Reflexen Flüelers. Dem ZSC-Schlussmann sollte heute sein zweiter Saison-Shutout gelingen. Das 3:0-Zwischenresultat fällt bei 12:10 Schüssen zu hoch aus. Aber: Es passt zum überzeugenden Auftritt der ZSC Lions, die viel öfters direkt aufs Tor ziehen als auch schon und dafür weniger Zeit fürs Cyclen in den Ecken aufwenden.


Verunsicherte Langnauer

"Es war unser Ziel, Aggressiv zu beginnen und das erste Tor zu erzielen", zeigt sich Trainer Hartley zufrieden. Ab dem Mittelabschnitt genügt es dann, auf Fehler der je länger je verunsichertereren Langnauer zu warten, um nicht in Bedrängnis zu kommen. Den haarsträubendsten Fauxpas nützen die Löwen nach 37 Minuten gar zu einem weiteren Torerfolg aus. Bärtschi kann zwischen den Anspielpartnern Schäppi und Ambühl wählen, nachdem er im gegnerischen Drittel von einem Scheibenverlust profitiert. Die Nummer 71 zieht Ambühl vor, was dieser mit einem halbhohen Schuss zum 4:0 dankt. Goalie Esche - nach der ersten Pause für Leimbacher eingewechselt - ist aus der kurzen Distanz machtlos.


Erster Cunti-Hattrick

Spätestens jetzt ist die Begegnung entschieden. Die einzigen beiden Highlight des letzten Drittels verbucht ebenfalls der Zett: Cuntis zweiter und dritter Treffer am heutigen Abend sind darum speziell, weil sie in Überzahl fallen. Es sind die ersten beiden Powerplay-Tore der ZSC Lions seit dem 1. November dieses Jahres. Damals beim 4:2 Heimerfolg traf Schnyder zur Siegsicherung. Der Gegner hiess: Langnau. Einen Monat später ist das 5:0 und 6:0 gegen den gleichen Kontrahenten die Krönung eines gelungenen Auftrittes der Löwen. Und sie bescheren Luca Cunti den ersten Hattrick auf Schweizer-Eis. "Heute fielen sie einfach rein, ein gutes Gefühl", freut sich der 22-Jährige und verspricht gleichzeitig, dass der ZSC so weiterfahren werde. Die Besucher des Christmas-Game vom kommenden Freitag würde es freuen. Dann empfangen die ZSC Lions vor hoffentlich vollen Rängen Ambri-Piotta. Und ja, den Tigers aus Langnau bleibt immerhin jetzt noch der Gang in die Beiz...

(Sandro Frei, Langnau)

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