Hintergrund

Andri Stoffel

Bob Hartley hat in einem Interview die mentale Vorbereitung auf eine Partie in erster Linie den Spielern zugewiesen. Das sehe ich genau so. Die mentale Vorbereitung ist absolut individuell. Worin besteht bei Dir, Andri, diese Vorbereitung? Würdest du diese eher als Ritus bezeichnen oder ist sie bei Dir die praktische Umsetzung Deines psychologischen Fachwissens?

Die eigene Vorbereitung hat auch einen physischen Bereich: Genug Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Mental versuche ich, mich ganz auf das Spiel hin zu konzentrieren und andere Gedanken auszuschalten. Da ich die meisten gegnerischen Spieler kenne, kenne ich auch ihre Art, Hockey zu spielen. Diese Erfahrung ist hilfreich. Mein psychologisches Fachwissen hilft mir dabei eigentlich nicht.

Wie weit bist du mit dem Studium?

Das Ende der Studienzeit ist in Sicht. Ich bin jetzt im 12. Semester und möchte im nächsten Sommer abschliessen. Die Lizentiatsarbeit habe ich abgegeben und das geforderte Praktikum in einem Industriebetrieb absolviert. Jetzt stehen «nur» noch die Prüfungen bevor, einmal mündlich und dreimal schriftlich.

Was ist das Faszinierende an diesem Fach? Hat es Dich schon in der Mittelschule beschäftigt?

In der Mittelschule ist Psychologie kein Schulfach. Ich habe mich selbst damit beschäftigt und festgestellt, dass Psychologie ein sehr facettenreiches Fachgebiet ist und in den verschiedensten Berufsbereichen Anwendung findet.

Man bezeichnet Pädagogik und Psychologie als sogenannte neue Geisteswissenschaften und wirft diesen etwa vor, sie seien zu wenig präzis, weil man immer alles auf zweierlei Seiten auslegen kann. Ist Psychologie «unpräzis»?

Unpräzis ist ein falsches Wort. Es gibt verschiedene Theorien, die aber ständig auf empirischem Weg, zum Beispiel mit Statistiken, nachgeprüft werden.

Irgendwann wird sich für Dich auch die Frage der beruflichen Ausrichtung stellen. Tendierst Du mehr ins rein Praktische, z.B. Sport, persönliche Beratung, oder Gerichtspsychologie, oder wäre ein Lehramt verbunden mit Praxis für Dich auch eine Option?

Sport sah ich seinerzeit einmal als mögliche Domäne. Da ich aber neben der Psychologie auch noch Betriebswirtschaftslehre studiert habe und wie erwähnt auch mein Praktikum in einem Betrieb machte, sehe ich mich eher in einem Wirtschaftsbetrieb arbeiten. Und da ich meine Lizentiatsarbeit über «Persönlichkeitstests in der Personalauswahl» geschrieben habe, möchte ich mich am ehesten in diesem Gebiet betätigen. Ein Lehramt kann vielleicht einmal eine Option sein. Doch momentan ist die Idee für mich nicht brennend.

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