Steve McCarthy
Steve, Du bist in Trail geboren. Weisst Du, dass Du bei den Lions einen Teamkollegen hast, dessen Vater beim ZSC und dessen Grossvater bei den Smoke Eaters gespielt hat, die 1961 Weltmeister wurden?
Ja, darüber bin ich gut im Bild. Es ist Jeff Tambellini. Sein Vater Steve war vor rund zwanzig Jahren beim ZSC und Grossvater Adi war wie seine Weltmeisterkollegen eine geachtete Person in Trail.
Bist Du zum ersten Mal in der Schweiz?
Nein, nicht ganz. Ich war im vergangenen Jahr zwei Wochen lang bei Chris McSorley in Genf im Training, habe aber für die Genfer kein Spiel bestritten.
Was hast Du vorher über die Schweiz und das Schweizer Eishockey gewusst?
Was die Schweiz als Land betrifft waren mir die gewohnten Clichés bekannt. Vom Schweizer Hockey hatte ich viel Gutes gehört und hier in Zürich auch bestätigt gefunden. Die Schweizer Hockeyspieler sind gute Schlittschuhläufer und technisch versiert.
Und hast Du Zürich schon etwas im Griff?
Meine Mannschaftskollegen sind gute Fremdenführer. Von der Stadt habe ich einiges gesehen und das eine oder andere gute Esslokal besucht.
Du kennst nun drei europäischen Ligen. Uns interessiert vor allem der Vergleich zwischen NHL und KHL...
Die KHL ist eine sehr starke Liga, aber die NHL ist physisch wie technisch deutlich überlegen. In finanzieller Hinsicht sind die Spieler in Russland gut gestellt.
Leben die ausländischen Spieler in einer Art Ghetto in einer Stadt wie Ufa oder können die Leute dort etwas englisch?
Die Leute, die zu den Spielen kamen, sprachen fast nur russisch. Das Kommunizieren mit den Fans war kaum möglich. Ich hatte insofern Glück, dass in meinem Team in Ufa mit Alex Radulow ein Russe spielte, der früher bei den Capitals in Washington gewirkt hatte und gut englisch sprach. So hatte ich beim Ausgehen einen Übersetzer zur Verfügung.
Warst Du in der NHL zuletzt ein Free Agent? Sind die Spieler nicht ein wenig – wenn auch gut bezahlte – Sklaven?
Die Frage nach der «Sklaverei» wird immer wieder gestellt und hat auch eine gewisse Berechtigung. Tauschaktionen von Spielern kommen immer wieder vor, sind aber wegen des salary caps seltener geworden. Der Draft an sich ist auch unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Aber da wird vor allem darauf geschaut, dass das Gefälle innerhalb der Liga nicht zu gross wird. Ich bin 1999 als 18jähriger Junior bei Kootenay Ice in der Western Hockey League von den Chicago Blackhawks gedraftet worden und habe drei Saisons lang in dieser Organisation gespielt.
Bist Du einmal im Austausch transferiert worden oder war es Dein freier Wille, zu wechseln?
Ich habe nach meiner Zeit in Chicago meinen neuen Verein immer selbst aussuchen können.
Welches sind Deine Pläne für die nahe Zukunft?
Eine Rückkehr in die NHL steht für mich nicht im Vordergrund. Dies umso mehr, als dass ich mich hier in Zürich sehr wohl fühle. Mein Ziel ist es, möglichst oft mit den ZSC Lions zu gewinnen.































