Die Spiele

HC Slavia Prag - ZSC Lions 1:5 (0:1/1:0/0:4)

ZSC-Glanz am 10. Todestag von Chad Silver. Geschätzte 400 Fans aus Zürich machten die Reise nach Prag mit. Ein grosser Teil von Ihnen erinnerte zum 10. Todestag mit speziell erstellten schwarzen Shirts an den Musterprofi Chad Silver. Aus Zürcher Sicht sollte diese schöne Aktion aber der einzige Moment gewesen sein, welcher an diesem Abend nachdenklich stimmte. Dank dem positiven Spielausgang war es sonst nämlich ein wahres Freudenfest.

Um 19.30 Uhr war alles bereit für das Endspiel. Ob die beiden Fanlager, das Schiedsrichter-Quartett oder auch das Schweizer Fernsehen um Jan Billeter. Parat zeigten sich auch die Spieler der ZSC Lions. Sofort versuchten die Gäste aus der Schweiz, das Spiel mitzugestalten. Gegen ein forsches Slavia war dies eine happige Aufgabe. Auch dank zwei Strafen gegen das Heimteam gelang es dem Zett im Startdrittel aber nicht schlecht, die Tschechen zum einen vor dem eigenen Tor fern zu halten und zum anderen selber offensiv in Erscheinung zu treten. Und im Powerplay zeigten sich die Lions einmal mehr erfolgreich. Jean Guy Trudel versenkte ein schönes Pittis Zuspiel auf wundersame Art und Weise. Seine Schuss passte aber wirklich haargenau in den Winkel. Da musste selbst der Referee das Video konsultieren um sicher zu gehen, dass dieser Puck auch wirklich drin war. Slavia erholte sich zwar von diesem überraschenden Rückstand. So gefährlich wie vor dem 0:1 wurden die Prager zumindest in den ersten zwanzig Minuten aber nicht mehr. Sie hatten zur ersten Pause nur vergebenen Chancen nachzutrauern, wobei der Zett das Tor eben erzielte.

Im Mitteldrittel änderte sich die Gefühlslage auf Prager Seite lange nicht. Die Tschechen rannten noch vehementer an und schnürten den ZSC richtiggehend im eigenen Drittel ein. Es brauchte schon ein Ari Sulander in absoluter Topform, um diesem Druck noch standhalten zu können. Zusammen mit der Verteidigung gelang es ihm, bis kurz vor der zweiten Sirene alle Schüsse abzuwehren und das Tor dicht zu halten. Ein Ablenker Jelineks liess dann aber auch dem Altmeister keine Chance. Aus einer harmlosen Situation an der blauen Linie heraus resultierte schlussendlich dieser (mittlerweile) hochverdiente Ausgleichstreffer für Slavia Prag. 37 Minuten waren da gespielt. Die ZSC Lions waren zu diesem Zeitpunkt und auch bei Drittelsende drei Minuten später aber weiterhin auf Kurs - ein 1:1 hätte man ja auch in der Verlängerung oder Shootout zu den eigenen Gunsten drehen können.

So weit kam es aber nicht. Und es traf auch nicht das ein, was wohl viele im weiten Rund der O2-Arena erwartet haben. Nicht Slavia war im letzten Abschnitt die erfolgreichere Mannschaft. Die Tore erzielten nämlich die Lions. Lange liess man sich nicht aus der Defensive locken, und dann folgte innert 38 Sekunden ein Zürcher Doppelschlag. Gardner und Alston schossen die ZSC Lions samt dem zahlreichen Anhang ins verfrühte Glück der Champions League. Dem tschechischen Spitzenteam, welches zuletzt in der Meisterschaft nur noch verlor, war eine gewisse Ratlosigkeit anzumerken. Ein Spiel, welches man dominiert hat, schien plötzlich abrupt aus den Händen zu gleiten. So schnell kann es gehen. Eine grosse Cleverness zeigten aber vor allem die Gäste aus Zürich. Im richtigen Moment vermochte man nochmals aufzudrehen und dank einer guten Chancenverwertung den entscheidenden Schritt Richtung Sieg zu machen. Und die beiden Schützen zum 1:2 und 1:3 doppelten wenige Augenblicke vor Spielende sogar noch nach. Gardner nach 58 und Alston nach 60 Minuten, so die Angaben zum vierten und fünften Treffer der Löwen.

Mit diesem Erfolg in Prag gewannen die ZSC Lions nicht nur drei Punkte, sie qualifizierten sich gleichzeitig für die Champions League Halbfinals. Und auch wenn der Sieg zu hoch ausgefallen ist, was die ZSC Lions in Sachen Disziplin und Spielintelligenz hier an den Tag legten, war beste Werbung für das Schweizer Eishockey und den Zett selber - ein überragender Ari Sulander mit inbegriffen...

(Sandro Frei)



Telegramm

02 Arena - 8'137 Zuschauer - SR Schimm, Schmutz (beider GER) ; Winnekens (GER), Kaspar (AUT)

Tore: 0:1 14:12 Trudel (Pittis, Alston) [PP], 1:1 36:28 Jelinek (Kadlec), 1:2 46:51 Gardner (Sejna), 1:3 47:29 Alston (Bastl), 1:4 57:36 Gardner (Sejna, Suchy), 1:5 59:02 Alston (Trudel).

Strafen: 4x2 (PRA), 5x2 (ZSC)

ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Pittis, Bühler, Trudel; Geering, Seger; Sejna, Gardner, Wichser; Cadonau, Schelling; Monnet, Bastl, Alston; Gloor, Grauwiler, Lemm, Down.

Slavia Prag: Svoboda; Kadlec, Vasicek, Beranek, Vondrka, Hruska; Novak, Drtina, Cervenka, Tomica, Bednar; Zizka, Kolarik, Ruzicka, Micka, Dolezal; Sloboda, Kraft, Jelinek, Cermak, Sklenar.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Forster, Kamber, Krutov, Schnyder (verletzt), Krutov (krank). Pfostenschuss Hruska (56:04).

Historisches Ticket: In Prag sichern sich die Lions den Gruppensieg.
Erste Glückwünsche aus der Heimat: Thibaut Monnet.
Auch noch lange nach dem Spiel im weiten Rund anwesend: Die Fans der ZSC Lions.
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