ZSC Lions - Metallurg Magnitogorsk 5:0 (1:0/1:0/3:0)
ZSC Lions - Europas Eishockey Champions!
Schlicht incredible! Die ZSC Lions fegen Metallurg Magnitogorsk nach dem 2:2 Hinspiel in Rapperswil sang und klanglos mit 5:0 vom Eis. Das Kapitel Champions Hockey League 08/09 schliessen die ZSC Lions somit auf dem Höhepunkt ab. Ein Höhepunkt, der sich hören lässt, sind die ZSC Lions ab sofort die Könige Europas!
Mittwoch, 28. Januar 2009, Rapperswil, Diners Club Arena. Datum und Ort, an dem sich unheimliches abspielt. Die ZSC Lions spielen um Europas Krone, haben gegen Metallurg Magnitogorsk 99% der Fans auf ihrer Seite und zaubern gegen das russische Spitzenteam selber einen grandiosen Auftritt auf das Rapperswiler Eis. Ausgegangen vom unwiderstehlichen Ari Sulander, welcher wieder einige Schüsse zu parieren vermochte, welche ein anderer Keeper eben nicht gehalten hätte, über eine wahnsinnig solide Defensive, die mit Seger und Blindenbacher die zwei bestmöglichen Anführer genoss, bis hin zu den Stürmern, welche wahrlich auf ihre Chance lauerten und fünf Mal ins Schwarze respektive Weisse trafen. Und wenn dann ein Domenico Pittis auch im Spiel der Spiele das 1:0, 3:0 und 5:0 serviert, weiss man, welch goldenen Spieler man da von den Kloten Flyers übernommen hat. Es hat alles gepasst. Und bei diesem Verlauf, welcher das Unternehmen Champions Hockey League für die ZSC Lions genommen hat, bin ich gewillt zu sagen, dass die Weichen schon gestellt waren, als die Löwen in Linköping zu Spiel 1 antraten. Auch die Götter wollten es so. Und nach Playout 2006, 1/4-Final Playoffs 2007 und dem Meistertitel im 2008, geht das Märchen nun noch einen Schritt weiter. Es beschert den ZSC Lions den Champions Hockey League Titel.
Auch im Rückspiel in Rapperswil fanden die ZSC Lions das ideale Rezept, um von den Russen nicht überrannt zu werden. Enorm körperbetont und mit dem Wille, auch diese Scheibe zu erobern, brachten die Lions die Stürmer von Metallurg nahe zur Verzweiflung. Kombinationen der Gäste im ZSC-Drittel waren nur wenige zu sehen, zu gut bewegten sich die Spieler von Sean Simspon. Und anstatt mal den Schuss zu suchen, wollte man im Lager von Magnitogorsk immer noch den gefährlichen Pass spielen. Diesen fand man aber nie. Heikel wurde es für den ZSC einzig und vor allem, wenn Metallurg einen schnellen Gegenangriff lancierte. Mit dem nötigen Platz, zeigten sich die Gäste von ihrer besten Seite. Dass da ein Top-Team dem Zett gegenüber steht, merkte man zeitweise deutlich. Vollenden vermochte Metallurg aber keinen Angriff. Die Lions haben ja nicht um sonst einen Ari Sulander zwischen den Pfosten, welcher neuerdings auch MVP der nun vergangenen Champions Hockey League Saison ist.
Und was die Russen an Kaltblütigkeit und Effizienz missen liessen, machte der ZSC auf der anderen Seite vorbildlich vor. So schoss Blaine Down die ZSC Lions in Mitten einer russischen Druckphase mit 1:0 in Führung. Und als sich den Löwen im zweiten Drittel in einem Powerplay die Chance auf das 2:0 erbot, nutze man diese prompt. Peter Sejna drückte die Scheibe nach klasse Wichser-Vorarbeit über die Linie. Oder gab man einfach Sejna den Treffer, weil der ZSC ausgerechnet vor einer Woche nicht gewinnen konnte, als Wichser das erste Mal traf? Schliesslich war es der Captain persönlich, welcher die ZSC Lions endgültig auf die Strasse des Champions brachte. Erneut im Powerplay, hämmerte Mathias Seger den Puck nach 49' von der blauen Linie aus an Proskuryakov vorbei in die Maschen. Und das einst so spannende Duell avancierte folgend zu eine Demonstration des Heimteams. Alston (50') und Trudel (58') sorgten für zwei weitere ZSC-Tore, was einem phänomenalen 5:0 Schlussresultat und wahrem russisches Debakel gleich kam. Und in Rapperswil, da waren die Dämme zu diesem Zeitpunkt schon lange gebrochen. Die Arena eigentlich von Anfang an ein Tollhaus. Es lief einem auf jeden Fall kalt den Rücken hinunter, als bereits nach zwei Minuten die ganze Halle stand. Ein Kompliment an alle, auch an die Diners Club Arena selber. Denn ein Teil von der phantastischen CHL-Geschichte ist auch das Exil Rapperswil.
Nichts desto trotz, gebührt Metallurg Magnitogorsk ein grosses Kompliment. Die zwei Finalspiele fanden in einem absolut würdigen und vor allem fairen Rahmen statt. Dass am Ende eben nicht der Favorit den Pokal in die Höhe stemmen konnte, dafür ist der Sport verantwortlich, welcher Sensationen überhaupt möglich macht. Und im Fall der ZSC Lions ist es eben auch dieses Märchen, welches in Rapperswil auf dem Olymp endete, aber eigentlich schon längst so verfasst war...
ZSC 5, Metallurg Magnitogorsk 0
(Sandro Frei)
Telegramm
Diners Club Arena- 6'200 Zuschauer (ausverkauft) - SR Levonen, Laaksonen; Kekalainen, Terho (alle FIN)
Tore: 1:0 17:17 Down (Pittis), 2:0 34:48 Sejna (Wichser / Ausschluss Marek) [PP], 3:0 48:57 Seger (Pittis / Ausschluss Chistov) [PP], 4:0 49:51 Alston (Monnet, Geering), 5:0 57:29 Trudel (Pittis, Down).
Strafen: 3x2 (ZSC), 5x2 (MAG)
ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Sejna, Gardner, Wichser; Seger, Schnyder; Pittis, Trudel, Down; Geering, Schelling; Monnet, Bastl, Alston; Gloor, Bühler; Grauwiler, Krutov, Kamber.
Metallurg Magnitogorsk: Proskuryakov; Atyushov, Varlamov, Marek, Kudrna, Rolinek; Malenkikh, Biryukov, Mirnov, Platonov, Kaigorodov; Ibragimov, Bulin; Zavaruhkin, Chistov, Khlystov; Pushkarev, Ermolayev, Fedorov.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Stoffel (rekonvaleszent). Metallurg ohne Khabarov (verletzt). Pfostenschuss Wichser 15', Lattenschuss Kudrna 20'. Varlamov scheidet verletzt aus (50').




































