ZSC Lions - HC Slavia Prag 4:5 n.P. (0:1/1:1/3:2/0:1)
Champions League in Zürich die Erste. Vor euphorischem Publikum erkämpfen sich die ZSC Lions einen Punkt gegen das Spitzenteam aus Prag. Innerhalb von 18 Sekunden kehrte der ZSC nach einem 2:4 Rückstand kurz vor Schluss ins Spiel zurück. Jaroslav Bednar vernichtete mit vier Penaltytreffern dann aber die Hoffnung auf den Zusatzpunkt.
Königliches Feeling in Oerlikon. Das Hallenstadion präsentierte sich am Mittwochabend zum ersten Mal im Champions League Look. Fans und Spieler zogen mit, von Anfang an. Dem Zett boten sich in den ersten Minuten einige gute Torszenen. Captain Seger scheitere u.a. zwei Mal aus guter Position. Mit dem ersten Treffer klappte es aber vorerst nicht. Auch eine 5:3 Überzahlsituation konnte der ZSC nicht in ein Tor ummünzen. Dass der Gegner auf dem Eis Slavia Prag heisst und (eben) doch internationale Klasse aufweist, bewiesen die Tschechen mit ihrem ersten Torschuss. Micka übernahm eine Scheibe von Wichser und traf platziert an Sulander vorbei zum 0:1. Eine kalte Dusche für die Lions, hatte man den Gast bis dahin gut im Griff. Je ein Zürcher und Prager folgend noch in der Kühlbox, doch die Special Teams blieben in diesen Situationen und sowieso im ganzen Startdrittel erfolglos.
Anders die Situation im Mitteldrittel. Als Pavel Kolarik draussen weilte, zeigte sich das ZSC-Powerplay zum ersten Mal erfolgreich. Wichser mit dem Rücken zum Geschehen, spielte einen magistralen Pass vors Gehäuse, wo Seger bereit stand. Diesmal gelang dem Captain das Tor, der verdiente Ausgleich für die Lions. Den zweiten Treffer im Fokus, agierten beide Teams konzentriert und körperbetont. Die Partie verlief nun weitgehend ausgeglichen, keines der beiden Teams konnte sich ein Chancenplus erarbeiten. Für Prag schien dies aber auch gar nicht nötig. Das Team von Coach Ruzicka wartete auf seine Chance und schlug dann eiskalt zu. So auf jeden Fall auch kurz vor der zweiten Sirene. Die Lions brachten den Puck nicht aus dem eigenen Drittel, Slavia vermochte sich festzusetzen und nach Ruzickas schlauem Pass vors Tor hatte Bednar keine Mühe einzunetzen. 1:2 nach 40' Minuten.
Nur noch zwanzig Minuten Spielzeit, aber doppelt so viele Treffer im Schlussabschnitt. Ein Satz, welcher unheimliches vermuten lässt. Und es war unheimlich, was sich auf dem Eis in diesem letzten Drittel abspielte. Slavia Prag sah zwischenzeitlich zwei Mal wie der sichere Sieger aus - nach Dolezals Tor zum 1:3 (44') und Sklenars Abstauber zum 2:4 (53'). Beat Forster in Überzahl liess Team und Fans nach exakt 44:44 nochmals hoffen. Nach schönem Trudel Zuspiel vermochte Forster locker und leicht zum 2:3 abzulenken. Und Mathias Segers Treffer nach 58:11 brachte ebenfalls nochmals Hoffnung in die Halle. Sein 3:4 entstand ebenfalls aus einer Überzahlsituation heraus. Das Volk tobte noch, ehe Wichser Gardner freispielte und dieser Goalie Svoboda keine Chance liess. Der erste Gardner Treffer, dafür aber bereits der dritte Wichser Assist. Bei diesem also Tor beide dafür zuständig, dass die ZSC Lions das Spiel tatsächlich nochmals egalisieren konnte. Nur 18 Sekunden nach dem 3:4 dieses erlösende 4:4, für weitere Festlichkeiten reichte es aber nicht mehr. Dafür war später vor allem ein Mann zuständig.
Im Shootout entwickelte sich die Angelegenheit zu einer One-Man Show auf beiden Seiten. Jan Alston verwertete drei von vier Penaltys. Ex NHL-Rookie Jaroslav Bednar traf bei jedem seiner Anläufe - gar vier Mal war er Torschütze und sicherte seiner Mannschaft somit den Zusatzpunkt. Für den ZSC bleibt der eine Punkt nach regulärer Spielzeit. Der Zett darf damit aber sehr zufrieden sein, konnte man Slavia Prag bis ins Shootout zum sechsten Penaltyschützen herausfordern.
(Sandro Frei)
Telegramm
Hallenstadion - 8'220 Zuschauer. - SR Boman (FIN), Levonen (FIN); Seppala (FIN), Suoraniemi (FIN)
Tore: 0:1 10:17 Micka (Jelinek), 1:1 26:53 Seger (Wichser, Sejna / Ausschluss Kolarik)[PP], 1:2 38:58 Bednar (Ruzicka), 1:3 43:52 Dolezal (Bednar / Ausschluss Novak!)[SH], 2:3 44:44 Forster (Trudel, Alston / Ausschluss Novak)[PP], 2:4 52:53 Sklenar (Vondrka), 3:4 58:11 Seger (Wichser / Ausschluss Kolarik)[PP], 4:4 58:29 Gardner (Wichser, Sejna). Alston (3) und Bednar (4) für die Penaltytore zuständig.
Strafen: 4x2 (ZSC), 8x2 (PRA)
ZSC Lions: Sulander, Seger, Forster, Pittis, Trudel, Down, Suchy, Gloor, Sejna, Gardner, Wichser, Geering, Schnyder, Monnet, Bühler, Bastl, Schoop, Cadonau, Grauwiler, Alston, Krutov.
Slavia Prag: Svoboda, Kadlec, Drtina, Beranek, Vondrka, Hruska, Vasicek, Novak, Cervenka, Tomica, Bednar, Zizka, Kolarik, Kraft, Micka, Sklenar, Jebavy, Sloboda, Ruzicka, Jelinek, Dolezal.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Stoffel, Kamber (verletzt). Pfostenschuss Trudel (8'). Zwei ZSC Treffer annulliert.

































