Espoo Blues - ZSC Lions 1:4 (0:2/1:0/0:2)
ZSC Lions, Willkommen an Europas Spitze!
Auswärts ein Heimspiel gewonnen. In der LänsiAuto Areena in Espoo machen sich vor allem die 500-600 nach Finnland mitgereisten Zürcher Fans bemerkbar. Und die Mannschaft dankt ihnen gleich doppelt, mit einem 1:4 Erfolg und der Qualifikation für den Final der Champions Hockey League. Der Zürcher SC ist an der Spitze angelangt.
Von finnischem Power zu Beginn dieses Halbfinal Rückspiels war wenig zu sehen. Die Gäste aus der Limmatstadt hatten Espoo zu gut im Griff. Und als die Lions aufgrund einer Strafe gegen Alanko nach vier Minuten förmlich zu Offensivaktionen eingeladen wurden, schlugen sie sogleich zu. Thibaut Monnet lenkte einen genauen Pass von Trudel erfolgreich ab. Blues Goalie Brückler verschob zu spät, 0:1 für den ZSC. Die Reaktion des Heimteams fiel lau aus. Nicht einmal während zwei Überzahlsituationen, Blindenbacher und Grauwiler mussten der Reihe nach in die Kühlbox, erzeugte Espoo wirkliche Gefahr vor Ari Sulander. Oder aber waren es die coolen Paraden von "Sulo", welche die Espoo Torszenen so schmälerten. Harmlose Powerplays waren beim Zett, wie meistens, auch heute ein Fremdwort. Mit dem zweiten Finnen, welcher raus musste, krachte es erneut. Mathias Seger zog aus idealer Position, gerade vor dem Tor zwischen der blauen und der Grundlinie, ab und traf nach 16' zum 0:2 in die Maschen. Ein optimales erstes ZSC Drittel, vermochte man zum einen die Espoo Blues in Schach zu halten und zum anderen schlug man in den günstigen Powerplaysituationen eiskalt zu.
Im Mitteldrittel änderte sich die Lage des Spiels etwas zu Ungunsten der Lions. Viele gelungene Einzelleistungen der Espoo Blues führten schlussendlich zu heiklen Momenten vor Sulander. Seine Interventionen blieben aber ruhig und überleit. Aber der Zett hatte nun zu beissen. Nicht immer konnte man sicher sofort wieder aus dem eigenen Drittel befreien, was mit langen Eiszeiten des jeweiligen Blockes verbunden war. Dementsprechend einfach drang Öhman nach 34 Minuten via die rechte Seite zum Zürcher Tor vor. Und sein Pass zur Mitte vermochte Kuoppala im Tor unterzubringen. Sulander in dieser Szene machtlos, zu viel Verkehr war für ein schnelles und erfolgreiches Umschalten vorhanden. Sofort witterten die finnischen Anhänger wieder eine Chance für Espoo, was sie mit lautstarkem Klatschen kundtaten. Eine Chance, die durchaus noch bestand. Zwei Treffer im letzten Abschnitt für die Blues hätten bereits für ein Penaltyschiessen gereicht.
Dazu liessen es die ZSC Lions aber nicht kommen. In diesen letzten 20 Minuten traten die Zürcher sehr selbstsicher auf und man verzeichnete wieder mehr Scheibenbesitz. Die Defensivabteilung um Suchy, Blindenbacher und Seger leistete klasse Arbeit, ergänzt durch die jungen Schnyder, Geering und Schelling. Mit gesundem Körpereinsatz und Passspiel mit Köpfchen befreiten sich diese immer wieder problemlos. Und vorne versuchte man den entscheidenden Nadelstich zu setzen. Alston und Pittis taten dies vorerst nicht. Nach einem Timeout von Espoo exakt zwei Minuten vor Schluss und anschliessender Herausnahme von Goalie Brückner holten dies die Lions aber nach. Jean-Guy Trudel und Ryan Gardner sorgten mit ihren beiden Treffern ins leere Gehäuse zum 1:3 und 1:4 für die Entscheidung in der LänsiAuto Areena. Die Blues Arena, welche nun endgültig in Zürcher Hände überschwappte. Während sich das Stadion leerte feierten die blau-weiss-roten nämlich noch lange weiter, zusammen mit ihren Helden, Sulo, Blindi, Büehli, Gards und co.
An der Spitze Europas, dem ersten Final der Champions Hockey League, angelangt, treffen die ZSC Lions auf den HK Metallurg Magnitogorsk, eine russische Spitzenmannschaft und Bezwinger vom anderen russischen Top-Team Ufa. Aber die Begriffe Spitzenmannschaft und Top-Team haben die ZSC Lions auf ihrem bisherigen Champions League Weg ja bestens kennen gelernt. Und wer Schwedens Linköping, Tschechiens Slavia Prag und Finnlands Espoo schlägt, ist selber eine ganz grosse Mannschaft.
(Sandro Frei)
Telegramm
LänsiAuto Areena - 6'800 Zuschauer (ausverkauft) - SR Looker (USA), Jablukov (GER); Semjonov (EST), Winnekens (GER).
Tore: 0:1 05:44 Monnet (Trudel / Ausschluss Alanko) [PP], 0:2 15:54 Seger (Trudel / Ausschluss Huczkowski) [PP], 1:2 33:40 Kuoppala (Öhman, Uhlbäck), 1:3 58:17 Trudel (ins leere Tor), 1:4 58:51 Gardner (Suchy, Monnet / ins leere Tor).
Strafen: 8x2 (ESP), 8x2 (ZSC)
ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy, Pittis, Trudel, Alston; Geering, Seger, Sejna, Gardner, Wichser; Schnyder, Schelling, Monnet, Bühler, Bastl; Grauwiler, Krutov, Kamber.
Espoo Blues: Brückler; Kurki, Alanko, Puustinen, Rajamaki, Keller; Clarke, Kokko, Lammassaari, Uhlback, Ohman; Huczkowski, Lajunen, Ryhanen, Kahkonen, Miettinen; Kuoppala, Nattinen, Lostedt, Tolsa, Sallinen.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Stoffel, Down (beide verletzt), Gloor, Cadonau (nicht eingesetzt). 59. (58:00) Timeout von Espoo, danach bis 58:51 ohne Goalie.


































